Henriette Herz

Henriette Herz, geboren 1764 in Berlin als Tochter von Benjamin de Lemos, dem Arzt der jüdischen Gemeinde in Berlin, heiratete mit fünfzehn Jahren den Arzt Markus Herz. Die Ehe blieb kinderlos. Von 1780 bis 1803 führte Henriette Herz einen der bekanntesten literarischen Salons. Zu ihrem Kreis gehörten Alexander und Wilhelm von Humboldt, Gottfried Schadow, Dorothea Veit (geb. Mendelssohn, später verheiratet mit Friedrich Schlegel), Jean Paul, Johannes von Müller und Mirabeau. Hier traf Rahel Levin August Varnhagen von Ense. Als Henriette Herz' Ehemann 1803 starb blieb sie verarmt zurück, konnte sich aber dank ihrer hervorragenden Sprachkenntnisse durch Unterricht einen Lebensunterhalt verdienen und ernährte noch ihre Mutter und ihre Schwester mit. Friedrich Wilhelm IV. gewährte ihr schließlich auf Bitten Friedrich Schleiermachers eine Pension. Schleiermacher war es auch, der sie, die gegenüber dem Judentum immer gleichgültig gewesen war, 1817 zum Übertritt zum Protestantismus bewegte. Ihre Memoiren ("Erinnerungen" erschienen 1850, nach ihrem Tod) schildern anschaulich das kulturelle Leben ihrer Zeit. Henriette Herz starb 1847 in Berlin.

Henriette Herz: Henriette Herz. in Erinnerungen, Briefen und Zeugnissen

Cover: Henriette Herz. Henriette Herz - in Erinnerungen, Briefen und Zeugnissen. Die Andere Bibliothek, Berlin, 2013.
Die Andere Bibliothek, Berlin 2013
Neu ediert von Rainer Schmitz. "Wer den Gensdarmenmarkt und Mad. Herz nicht gesehen hat, hat Berlin nicht gesehen." Nichts spiegelt die gesellschaftliche Position der schönen wie geistvollen Frau besser…