Der Direktor der
BBC Tim Davie und die Nachrichtenchefin
Deborah Turness sind gestern zurückgetreten. Anlass ist ein 19-seitiger Bericht des politischen Journalisten und externen
BBC-Beraters
Michael Prescott, der der
BBC tendenziöse Berichterstattung vorwirft. Die Trump-Rede am 6 Januar 2021 - bei der Stürmung des Kongresses - sei in einem Beitrag
extrem manipualtiv zusammengeschnitten worden. Vor allem aber
gegenüber Israel habe die
BBC starke Schlagseite gezeigt. Auch die Trans-Community habe in der
BBC einen zensorischen Einfluss. Die
BBC machte das in ihrem internationalen Dienst gestern Abend zu "Breaking News" und bespiegelte sich selbst in Dauerschleife. Hier griff man allerdings lieber die Vorwürfe zu Trump auf als die zu Israel - Trump lieferte mit einem Post auf Truth Social einen dankbar aufgegriffenen Anlass. Prescotts Bericht ist im
Daily Telegraph veröffentlicht, allerdings
hinter Zahlschranke.
"Die
BBC sieht sich einem koordinierten,
politisch motivierten Angriff ausgesetzt. Mit diesen Rücktritten hat sie nachgegeben",
kommentiert wie zu erwarten Jane Martinson im
Guardian. Martinson gibt aber zu: "Die Berichterstattung
aus Gaza, insbesondere die des arabischen Dienstes der
BBC..., hat viele in der jüdischen Gemeinschaft verletzt, während die Haltung der
BBC zu Transgender-Rechten sogar ihre eigenen Mitarbeiter gespalten hat."
Die
Times-Kolumnistin Melanie Philips
resümiert Prescotts Bericht auf ihrer Substack-Seite. "Er berichtet etwa über Ahmed Qannan, ein regelmäßiger Gast bei
BBC Arabic, der einen Terroristen, der vier Zivilisten und einen israelischen Polizisten getötet hatte, als 'Helden' bezeichnete. Er sei zwischen Februar 2024 und April 2025
insgesamt 217 Mal in dem Sender aufgetreten. Er wurde als Journalist aus Gaza vorgestellt und trat sowohl im
BBC Arabic Radio als auch in der Sendung "Gaza Today" auf. Ahmed Alagha, der Israelis als minderwertige Menschen und Juden als 'Teufel' bezeichnete, trat zwischen November 2023 und April 2025
insgesamt 522 Mal im arabischen Fernsehen und Radio der
BBC sowie in 'Gaza Today' auf. Er wurde durchweg als Journalist vorgestellt." In der
NZZ hatte Marion Löhndorf über die Vorwürfe
berichtet.
Der Schweizer Verlag Ringier hat den
Blikk, das
meistgelesene Online-
Medium Ungarns, an Indamedia verkauft, den Konzern des orbantreuen Unternehmers Lőrinc Mészáros, berichten Nicolas Freund und Verena Mayer in der
SZ. Dabei ist jetzt schon "der allergrößte Teil der ungarischen Zeitungen, Sender oder Online-Angebote in der Hand von regierungstreuen Unternehmen, die Journalismus im Sinne der Fidesz-Partei machen". Die hat solche Unterstützung offenbar auch dringend nötig - und diese Erkenntnis ist gewissermaßen die gute Seite der Sache: Ein Gesetzentwurf "sieht vor, dass etwa Medien überhaupt
kein Geld mehr aus dem Ausland annehmen dürfen, nicht einmal in Form von Spenden, Crowdfunding oder Abonnements. Dies würde auch die wenigen verbleibenden unabhängigen Medien zerstören. Klar dürfte auch sein, dass der Kauf des
Blikk durch Indamedia in Zusammenhang mit der
Parlamentswahl in Ungarn im Frühjahr 2026 steht. Orbán und seine Fidesz-Partei liegen in allen Umfragen
hinter der Tisza-Partei von Péter Magyar."