Siv Bublitz verlässt den
Fischer Verlag, an ihrer Stelle soll
Oliver Vogel verlegerischer Geschäftsführer werden,
meldet Felix Stephan in der
SZ. Stephan versteht den Wechsel als "
programmatische Kehrtwende": "Siv Bublitz... war vor allem als
streng betriebswirtschaftlich denkende Saniererin und Change Managerin bekannt. Unter ihrer Führung reduzierte der Verlag die Zahl seiner Veröffentlichungen und fuhr das ruhmreiche Sachbuchprogramm zurück. Der Katalog wurde handlicher, das literarische Programm unterhaltsamer und
das messbare Publikumsbedürfnis rückte ins Zentrum der publizistischen Tätigkeit. Langjährige Hausautoren wie Monika Maron und Thomas Brussig verließen den Verlag im Streit, andere, wie die spätere Buchpreisträgerin Anne Weber, gingen lautlos. Jetzt geht auch die Verlegerin, 'wegen unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Entwicklung der Verlage', wie es in der Mitteilung heißt. Oliver Vogel war mehr als zwei Jahrzehnte Lektor für deutsche Gegenwartsliteratur bei S. Fischer, davon lange Programmleiter. In dieser Zeit hat er sich den Ruf erworben, den
Bedürfnissen der Autoren und der Literatur jenen des Marktes im Zweifel stets den Vorrang einzuräumen."
In der
FAZ sieht Andreas Platthaus das ähnlich, betont aber, dass die mit der Person Bublitz verbundenen wirtschaftlichen Erfolge ausblieben: "Stattdessen litt der Ruf des Hauses, vor allem durch die von Bublitz betriebene Trennung von der langjährigen Fischer-Autorin
Monika Maron im Herbst 2020. Man muss
dieses breit kommentierte Ereignis wohl als
Beginn der Entfremdung von Bublitz und der Konzernspitze in Gestalt von Monika Schoellers Halbbruder Stefan von Holtzbrinck sehen, die dort ein abermaliges Umdenken auslöste:
volle Fahrt zurück zur Zeit vor Bublitz. Das ist das
Eingeständnis eines Irrwegs. Nicht Siv Bublitz ist gescheitert, sondern die Konzernvorstellung eines gewandelten S.-Fischer-Verlags. Angesichts von dessen großer Vergangenheit ist das erfreulich, ein Zugeständnis an literarische Qualität."
In der
FAS springt Julia Encke der zuletzt
in die Kritik geratenen Transformationsforscherin
Maja Göpel zur Seite, sie kann an ihr nichts Anstößiges finden, im Gegenteil: "Wer die öffentlichen Auftritte von Maja Göpel seit einigen Jahren verfolgt, kann feststellen, dass sie in Konfliktsituationen
besonders brillant ist."