Stichwort

Wolfgang Ullrich

8 Artikel

Luxus, Moral und Absolution

Fotolot 11.07.2019 […] In einem ausführlichen Sommergespräch unterhielt sich Fotolot mit dem Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich über auch für die Fotografie relevante Tendenzen der Gegenwartskunst: die Legitimitätskrise der autonomen Kunst, die Kunst als Oberschichtsveranstaltung und moderner Ablasshandel sowie ihre Funktion als Feigenblatt der Mächtigen. Peter Truschner (Fotolot): In ihren letzten Texten haben Sie die A […] Aufspaltung der Kunstszene in Marktkunst, Kuratorenkunst und autonome Kunst beschrieben. Wodurch unterscheiden sie sich? Wolfgang Ullrich: Generell interessiert mich zur Zeit die Krise, in die die Idee von der Autonomie der Kunst geraten ist. Es scheint so, dass Formen von Kunst, die in Reaktion auf Ansprüche von außerhalb und damit gerade nicht autonom entstehen, mehr Aufmerksamkeit bekommen als Werke […] um Autonomie um Repräsentation, um Disktinktionsgewinne und um Feigenblatt-Funktionen geht, desto sichtbarer wird das auch. Peter Truschnertruschner.fotolot@perlentaucher.de Das Gespräch mit Wolfgang Ullrich fand Anfang Juni statt, noch bevor Ullrich von Neo Rauch in der "Zeit" als "Anbräuner" verunglimpft wurde. Zu den Fotos: Ende Juni wurde Fotolot von Aileen Kunert eingeladen, die extensive F […] Von Peter Truschner

Gegen die Instrumentalisierung des Urheberrechts

Essay 17.09.2018 […] mehr für das interessieren, was irgendwann in der Geschichte der Kunst stattfand. Vielmehr gilt nur das, was aktuell im Handel ist. Kunst ist allein im Modus der Ware verfügbar. Wolfgang Ullrich Mehr zu Wolfgang Ullrich auf seinem Blog ideenfreiheit.de. Mehr zum Thema Kunst und Urheberrecht hier. […] Bilder frei" statt, in dem Museen eine Liberalisierung des Urheberrechts forderten, um wenigsten alle ihre Bilder und Reproduktionen gemeinfreier Werke zeigen zu können. Im Eröffnungsvortrag legt Wolfgang Ullrich dar, wie Urheberrecht heute nicht mehr als Schutz-, sondern als Kontrollrecht missbraucht wird und kunstwissenschaftliche Forschung behindert. Wir danken Ullrich für die Veröffentlichungsgenehmigugn […] Von Wolfgang Ullrich

Die kritische Differenz

Essay 17.01.2018 […] In einem Beitrag auf dem Perlentaucher vertiefte Wolfgang Ullrich kürzlich seine These zu einem sich abzeichnenden "Schisma" des Kunstbetriebs, in dem der Kunsthandel und die Museums- und Ausstellungswelt sich mehr und mehr auseinander entwickelten: Unter der Überschrift "In offener Feindschaft" ist der Text angelegt als Replik auf das "Superkunstjahr" 2017, in dem wieder einmal Documenta, Biennale […] emanzipatorischen Identitätsbegriffen mag noch der notwendigen relativen Kürze des Textes geschuldet sein, dessen Verfasser kein Spezialist der Differenzforschung ist. Man wird aber einem Autor wie Wolfgang Ullrich kaum unterstellen dürfen, dass er die deutschsprachige Kunstpolitik des 20. Jahrhunderts nur lückenhaft im Kopf hat. Umso mehr Unbehagen bleibt angesichts der hier gewählten Terminologie, und […] , womit idealerweise größere Vielfalt der Stimmen und Kontexte verbunden sein sollte. Interessanterweise formulierte Bazon Brock schon vor mehr als vierzig Jahren einen ähnlichen Gedanken wie Wolfgang Ullrich heute. Wie weit die scheinbare epistemische Macht des Marktes inzwischen akzeptiert ist, erweist sich allerdings im Unterschied der Schlussfolgerungen: So beschreibt Brock 1970 "(...) daß in […] Von Eva-Maria Troelenberg

In offener Feindschaft

Essay 22.12.2017 […] die Vielfalt und Freiheit der Kunst zu garantieren, die sonst zunehmend gefährdet zu sein scheinen. Der Text basiert auf einer Rede, die Wolfgang Ullrich am 1. Dezember 2017 auf dem FAZ-Forum zum Kunstmarkt und dem Superkunstjahr hielt. Mehr zu Wolfgang Ullrich unter ideenfreiheit.de . **** 1 Walter Grasskamp: "Man sieht nur, was man liest. Ehrenrettung für den Kunstkommentar", in: DIE ZEIT […] Maler Neo Rauch spricht über seinen verstorbenen Lehrer Arno Rink, über den fröhlichen Hedonismus der DDR-Künstler und den schlecht gelaunten Moralismus von heute", in: DIE ZEIT 38/2017.6 Vgl. Wolfgang Ullrich: "Zwischen Deko und Diskurs" (2017), perlentaucher.de.7 Kolja Reichert: "Es lebe die Kunst! Nur welche? Und warum?", in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. Mai 2017. […] Von Wolfgang Ullrich

Zerstörung einer Leistung

Essay 07.11.2016 […] Bei diesem Text handelt es sich um einen Vortrag, den Wolfgang Ullrich am 21. Oktober 2016 beim Heidelberger Kunstrechtstag gehalten hat. Wir danken für die Publikationsgenehmgung! Mehr zum Thema auf Ullrichs Blog ideenfreiheit.de. D.Red. ============ In der langen Geschichte der Bilderverbote wird seit einigen Jahren an einem neuen Kapitel geschrieben. Diesmal werden Bilder nicht verboten, weil […] rt sind, wird als Schwäche empfunden. Und schließlich wird sich der Verdacht nicht mehr ausräumen lassen, dass auch die derart exklusiv gehaltenen und geschützten Werke schwach sein könnten. Wolfgang Ullrich 1 Im Folgenden beziehe ich mich auf Fälle, die mir seit Februar 2016 infolge einer Anfrage mitgeteilt wurden, die ich über das Kunstwissenschaftsnetzwerk arthist.net an Fachkolleginnen und -kollegen […] zu den Fälschungen Wolfgang Beltracchis im Fokus frühneuzeitlicher Überbietungsdynamiken", in: Imago. Interdisziplinäres Jahrbuch für Psychoanalyse und Ästhetik 2 (2013), S. 181-193. 3 Vgl. Wolfgang Ullrich: "Stellungnahme des Autors zu den Abbildungsverboten in 'Siegerkunst. Neuer Adel, teure Lust'", auf: https://ideenfreiheit.files.wordpress.com/2016/01/siegerkunst-stellungnahme1.pdf. 4 Vgl. Frank […] Von Wolfgang Ullrich

Kunst und Flüchtlinge: Ausbeutung statt Einfühlung

Essay 20.06.2016 […] beweist sie auf ganz andere Weise "Handlungsfähigkeit", als es der Pressetext für Eliassons "Green light" in Anspruch genommen hat. Wolfgang Ullrich ideenfreiheit.wordpress.com/ Bei diesem Text handelt es sich um die überarbeitete Version eines Vortrags, den Wolfgang Ullrich am 17. Juni 2016 auf dem Symposium "Ästhetischer Widerstand gegen Zerstörung und Selbstzerstörung" in Erlangen hielt. […] Von Wolfgang Ullrich