
In einem sehr aufschlussreichen Gespräch
analysiert der
Literaturwissenschaftler Zaal Andronikashvili die politische Lage in
Georgien unter dem Oligarchen
Bidzina Iwanischwili, der das Land mit seiner russlandfreundlichen Politik und etlichen Propagandasendern immer weiter weg von Europa, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit treibt: "Bei allen Problemen hat es unter der Herrschaft der ersten drei Regimes stets auch Fortschritte gegeben: in
Gamsachurdias Zeit fällt die staatliche Unabhängigkeit, in die
Schewardnadze-Ära die Verabschiedung einer neuen Verfassung sowie die innenpolitische Stabilisierung nach dem Bürgerkrieg, eine Stärkung der Währung und eine außenpolitische Verankerung Georgiens auf der internationalen Bühne.
Saakaschwili hat zwar ebenfalls die Macht monopolisiert, insbesondere in seiner zweiten Amtszeit. Aber die Korruptionsbekämpfung, die Polizeireform und die signifikante Verbesserung der Bürgerdienste - all dies steht für eine schnelle Modernisierung des Landes, für die er gesorgt hat. Hinzu kam die starke Bindung an die USA. Kurzum, sie alle waren
primär Politiker und hatten ein politisches Programm, ganz gleich wie man dieses beurteilt. Iwanischwili ist dagegen ein Oligarch. Sein Vermögen hat er unter intransparenten Verhältnissen im Russland der 1990er Jahre gemacht. Er stellt nachweisbar seine privaten Interessen stets höher als die Interessen der Bürgerinnen und Bürger oder des Staates. Georgien wird seit 2012 von oligarchischem Kapital kontrolliert.
Iwanischwilis Privatvermögen umfasst ein Drittel des georgischen Bruttoinlandsprodukts. Er hat
den Staat gekapert und Georgien in eine Oligarchie, genauer: in eine Alleinherrschaft unter einem Oligarchen verwandelt."
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