Magazinrundschau - Archiv

Atlantic

234 Presseschau-Absätze - Seite 24 von 24

Magazinrundschau vom 21.05.2002 - The Atlantic

Schwerpunkt in dieser Ausgabe ist das Klonen. Die beiden Artikel dazu ("Cloning Trevor" und "Clones and Clowns") sind leider nur in der Print-Ausgabe veröffentlicht.

Online zu lesen ist James Fallows Report über das größte Rüstungsprojekt aller Zeiten: Der Flugzeugbauer Lockheed Martin wird das neue Kampfflugzeug Joint Strike Fighter (JSF) bauen. Die Vereinbarung, sagt Fallows voraus, werde die Rüstungsindustrie weltweit umkrempeln: "The planners at the Pentagon and at Lockheed Martin imagine that as many as 6.000 of these airplanes may be bought, at a total cost of as much as $200 billion, over the next twenty-five years. If all goes according to plan, about 3.000 of the JSFs will go to the original 'investors' in the program - the U.S. Air Force, Navy, and Marine Corps, plus the Royal Air Force and Royal Navy in Britain. All have shared the cost of developing the plane. The other 3.000 are supposed to go to customers in the rest of the world. The idea is that the JSF will be even more attractive as an export airplane. 'If it succeeds, it will simply dominate world market', Richard Aboulafia, a well-known aviation analyst, says. 'It could do to the European fighter industry what the F-16 almost did: kill it.'"

Des weiteren lobt Michael Kelly "The American Way of War". David Brooks betrachtet die palästinensischen Selbstmordattentate ("Suicide bombing is the crack cocaine of warfare. It doesn't just inflict death and terror on its victims; it intoxicates the people who sponsor it ... Martyrdom has replaced Palestinian independence as the main focus of the Arab media.")

Im Literaturteil rehabilitiert ausgerechnet Christopher Hitchens (mehr hier) den britischen Schriftsteller Rudyard Kipling (mehr hier). "Much of Kipling's work, inarguably, was hasty and poorly written", räumt Hitchens ein, doch täte man Kipling unrecht, ihn nur als Maulhelden und Chauvinisten zu betrachten. "If one were to assemble a balance sheet of Kipling's own explicit contradictions, it would necessarily include ... his staunch Anglo nationalism, and his feeling that England itself was petty and parochial; his dislike of nonwhite peoples, and his belief that they were more honest and courageous; his respect for the working class, and his detestation of the labor movement; his exaltation of the empire, and his conviction that its works were vain and transient."

Weitere Besprechungen widmen sich der John F. Kennedy-Biografie "American Son", den gesammelten Schriften H.L. Menckens "On american literature" sowie Antony Beevors Studie "The Fall of Berlin 1945". Und natürlich gibt es auch noch Gedichte von Robert Pinsky, X.J. Kennedy, W.S Merwin und Juan Carlos Galeano.

Magazinrundschau vom 29.04.2002 - The Atlantic

Atlantic Monthly gibt diesmal in seiner Online-Ausgabe nicht viel her. Von den drei großen Geschichten darf man nur die uninteressanteste lesen, in der die Gefängnisbriefe des Mörders von Martin Luther King vorgestellt werden.

Die Titelgeschichte (leider nur im Print) ist ein Porträt Saddam Husseins (jetzt doch freigegeben). Mark Bowden zeichnet ihn als Diktator, den weniger seine Verrücktheit oder sein Hedonismus auszeichnen als vielmehr seine besessene Sorge, wie die Nachwelt ihn ansehen wird. Hussein bewundert Stalin und Winston Churchill, sein Lieblingsfilm ist "Der Pate", er schläft nicht mehr als vier Stunden pro Nacht und sein Schreibtisch ist immer aufgeräumt. Mark Bowden hat seine Informationen vor allem aus langen Interviews zusammengetragen, die er mit exilierten Irakern geführt hatte, die Saddam Hussein gut kannten.

Magazinrundschau vom 08.04.2002 - The Atlantic

In der Titelgeschichte macht sich der britische Publizist Christopher Hitchens (mehr hier) ("Die Akte Kissinger") an die Legende Winston Churchill. Doch selbst Hitchens, der bisher so maches Denkmal vom Sockel gehoben hat, muss zugeben, dass er Churchill höchstens ein paar Stufen tiefer stellen würde. Der Text selbst ist nicht in Netz gestellt, dafür ein Flashback - eine Zusammenfassung mit Verweisen auf weitere Churchill-Artikel: "According to Hitchens, though he does deserve recognition for having been the only world leader to defy Hitler for reasons of principle as opposed to self-interest, Churchill was, to a much greater extent than has been generally acknowledged, a bumbling, impulsive, bombastic and frequently drunk political climber who would abandon any past allegiance that might hinder his upward trajectory."

Jonathan Rauch erkundet die Lehre von der künstlichen Gesellschaft, die aus der Verbindung von Sozialwissenschaft und Informatik hervorgegangen ist. Per Computer lassen sich nunmehr sämtliche gesellschaftliche Entwicklungen bis zur Dynamik von Völkermorden simulieren: "Die Wissenschaft von den künstlichen Gesllschaften steckt noch in ihren Kinderschuhen. Ob Spielzeug-Genozide jemals zum Verständnis realer Völkermorde beitragen, mag dahingestellt sein. Aber das Feld blüht... Forscher schaffen Cybermodelle ehemaliger Indianergesellschaften in Mesa Verde, Colorado, und im Oaxaca-Tal in Mexiko, sie schaffen virtuelle polynesische Gesellschaften, sie setzen Kriminalitätswellen in künstlichen Stadtvierteln in Gang, sie lösen Preisschocks in künstlichen Finanzmärkten aus... Mir scheinen die frühen Ergebnisse dieser Wissenschaft zu belegen, dass social engineering niemals so effektiv sein wird, wie Liberale hoffen, aber auch nicht so plump wie Konservative behaupten." Im Netz kann man sich die verschiedenen Animationen hier ansehen. Und merkwürdigerweise hat Atlantic auch mit seinem eigenen Autoren ein Interview geführt.

Außerdem im Netz: Ein riesiger Report von Trevor Corson über den bedrohten amerikanischen Hummer: Sind Hummer überfischt? Die Lobstermen sagen nein, aber sie können es nicht beweisen: "Lobstermen know their resource more intimately than do many other kinds of fishermen, and they feel justified in telling the government that lobsters are doing well enough to be left alone. The trouble is that lobstermen tend not to have advanced degrees and scientific data to back up their claims, so their opinion carries little weight." Aber nun kommen Gelehrte in Atom-U-Booten und wollen ihnen helfen.

Ferner: die Kurzgeschichte "Raw Material" von A.S. Byatt sowie die Buchkritiken "New and Noteworthy. Weitere Artikel beschäftigen sich damit, wie Richard Nixon vom eigenen Generalstabschef ausspioniert wurde, und mit Cross-Dressern: heterosexuellen Männern, die Frauenkleider tragen.

Magazinrundschau vom 11.03.2002 - The Atlantic

Ron Powers liefert eine lange Reportage über zwei Teenager aus dem wohlhabenden Chelsea, Vermont, die letztes Jahr ein deutsches Professoren-Ehepaar erstachen. Powers ist selbst vor Jahren mit seiner Familie dorthin gezogen - wegen der Kinder, die hier in guter Luft und unter freundlichen Nachbarn aufwachsen konnten. Eine große Rolle spielte auch, dass Vermont "in den 1980s and 1990s ... an der Spitze von Amerikas 'sichersten' and 'erträglichsten' Staaten stand." Robert Tulloch und Jimmy Parker sollten diese Vorstellung zerstören. Powers sieht die beiden als "Repräsentanten eine neuen Mutation in der Evolution des mörderischen amerikanischen Jugendlichen". Ihre Verbrechen begehen sie nicht im "Kriegsgebiet" Großstadt. "Statt dessen sind die Opfer meist Menschen, die friedlich in kleinen Städten oder Vororten leben - harmlose Partner in der sozialen Ordnung. Die jungen Angreifer sind Teil dieser Ordnung, untrennbar damit verbunden - bis sie eines Tages, erfinderisch ausgerüstet und versessen darauf, ihre privaten Fantasien auszuleben, auftauchen ... Besonders verstörend ist an diesen Morden, dass sie ohne erkennbare Motive geplant sind und von der kältesten Verachtung für ihre Opfer zeugen."

Weitere Artikel: James Fallows beschreibt die "intellektuelle Evolution" von Paul Wolfowitz, Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Und Peter Landesman erinnert sich an ein gruseliges Gespräch mit dem Sekretär von Benazir Bhutto über die pakistanische Atombombe.

Nur im Print beschreibt Wayne Curtis die einzige florierende Industrie Neufundlands: Eisberge abernten. "Sehr viele Menschen wollen reines Wasser, und sie zahlen jeden Preis dafür." (Mehr dazu bei einem der Profiteure). Und Charles C. Mann behauptet, dass in Lateinamerika vor der Landung von Christoper Columbus eine hochzivilisierte Gesellschaft existiert hat, die den Regenwald angelegt und gepflegt hat.

Unter den Buchkritiken findet sich ein Text von Walter Laquer, der Gilles Kepels Buch "Jihad" gewidmet ist. Claire Messud bespricht "Atonement", den neuen Roman von Ian McEwan.