Bestellen Sie bei eichendorff21!In der SZ legt sich Egbert Tholl der Cellistin RaphaelaGromes zu Füßen: Deren Album "Fortissima", auf dem ausschließlich die Werke von zum großen Teil nicht-kanonisiertenKomponistinnen zu hören sind, "war die erstaunlichste Produktion eines Mainstreamlabels (Sony) des Jahres 2025" - auch dahingehend, dass das Album prompt auf der Spitzenposition der Klassikcharts landete. "Was für ein satter, dunklerTrotz" erklingt etwa im ersten, von HenriëtteBosmans komponierten Stück. "Poesie gepaart mit einem Aufbegehren, das ist Musik von jemandem, der nicht gewillt ist, alles einfach hinzunehmen." Gromes und der Pianist JulianRiem "stürzen sich in diese Cellosonate, loten ihre fantastisch große, genialische, selbstbewusste Geste aus, verfallen in aufregende Dialoge voller Wagemut, schichten schroffe Klavierakkorde und weit Raum greifenden Cellogesang übereinander." Außerdem legt uns Tholl das gleichnamige Buch von Gromes und Susanne Wosnitzka ans Herz, in dem die beiden zahlreiche Komponistinnen detailliert vorstellen.
Bei ihrem Neujahrskonzert in der Berliner Philharmonie demonstrieren der Rias-Kammerchor, die Akademie für Alte Musik und der Dirigent Justin Doyle, "wie sich der große Saal in einen Raum spannungsvoller Intimität verwandeln lässt", schwärmt Clemens Haustein in der FAZ. "Fünf Instrumentalisten spielen, zwei Violinen, eine Viola, dazu ein Basso continuo aus Violoncello und Orgelpositiv. Sie führen eine melancholische Passacaglia des venezianischen Komponisten BiagioMarini auf." Dessen Komposition "ist von ungewöhnlicher Intensität, die drei Melodiestimmen spielen ein Spiel aus Nähe und Ferne, touchieren sich, nehmen Abstand, nähern sich von Neuem, reiben sich aneinander in der Dissonanz oder kommen sich gleich kunstvoll in die Quere. Die Wirkung ist enorm."
Weiteres: Ulrich Gutmair erinnert sich in der taz an den kurzlebigen Konzertveranstaltungsraum Bootleg in Augsburg, in dem sich Ende der Achtzigerjahre die Subkultur feierte. In der WamS sprechen Autor FrankSchätzing und Musiker Jim Kerr über DavidBowie, über den beide jüngst Bücher veröffentlicht haben. Besprochen wird Gündaleins Rap-Album "Always Crazy", das laut FR-Kritiker Stefan Michalzik "rundum geglückt" ist.
Dass mit XaniaMonet vor wenigen Wochen erstmals ein kompletterKI-Act an der Spitze der R&B-Charts stand, könnte den Weg fürs Jahr 2026 weisen, fürchtet Sven Beckstette in der taz. Aber "vielleicht sagt der Fall" ja auch "vor allem etwas darüber aus, wie generisch R&B inzwischen funktioniert und wie einfach es ist, Musikerwartung perfekt durch Simulation zu erfüllen. Am Ende geht es auch um die alte Pop-Frage, was Authentizität und Glaubwürdigkeit bedeuten. Und um viel Geld natürlich: Telisha Jones", die Produzentin hinter Xania Monet, "hat einen millionenschweren Plattenvertrag angeboten bekommen. ... Glücklicherweise gibt es im zeitgenössischen R&B jedoch weiterhin Werke, die solche Muster aufbrechen. Highlights in diesem Jahr stammten von RochelleJordan, SudanArchives und Dijon." Mehr zu Letzterem bereits hier, Xania Monets Hitsong dort.
Weitere Artikel: Manuel Brug resümiert in der Welt die Silvester- undNeujahrskonzerte der einschlägigen Orchester. Christoph Irrgeher schreibt im Standard derweil über das Neujahrskonzert der WienerPhilharmoniker unter YannickNézet-Séguin. Ueli Bernays trauert in der NZZ ums Musikfernsehen, nachdem MTV an Silvester Musikvideos endgültig aus dem Programm genommen hat. Christina Mohr spricht für die FR mit Jason Williamson von den SleafordMods über deren neues, von den Schieflagen der Gegenwart mal wieder toll angepisstes Album "The Demise of Planet X".
Besprochen werden ein Beethoven-Abend mit den WienerSymphonikern unter DimaSlobodeniouk (Presse), das neue Album "Great Resignation" der Kölner Posthardcoreband Pogendroblem ("wunderbare Musik", findet Larissa Schober in der taz), GerhardPoppes historischer Führer "Musik aus der Katholischen Hofkirche zu Dresden" (FAZ) und das neue Tortoise-Album "Touch" (FR, mehr dazu bereits hier).
Eine 84 CDs umfassende Box mit Aufnahmen von FriedrichGulda nimmt SZ-Kritiker Helmut Mauró zum willkommenen Anlass zu einer Darstellung von Leben und Werk des Pianisten. Um vermutete Intentionen der Komponisten, deren Werke er spielte, sei es ihm nie gegangen. Gulda "sah die Stücke als selbständige Kunstwerke, zu denen er Stellung nimmt. Er spielte das Werk und gleichzeitig seine Reaktion darauf. Deshalb spürt man in schier jeder seiner Aufnahmen diese ungeheure Spannung, die auch das kleinste Vorspiel zum großen persönlichen Drama anwachsen lässt, mit allem, was dazugehört: parlierende Gelassenheit, rasendeWut, verzweifeltesAufbäumen, und am Ende ein tödlich stilles Zusammensinken in sich selbst." Als die Sechziger kamen, griff Gulda "das Freiheitsversprechen der Flower-Power-Zeit begierig auf". Obwohl: "Eigentlich brauchte Gulda keine Massenbewegung, um sich von menschlichen Zwängen zu befreien. Er war seine eigene Revolution. Auch wenn es nach außen hin nicht so aussah: Gulda nahm sich als Künstler ernst. Je lächerlicher er manchen auf der Bühne erschien, sei es bei Auftritten mit oder ohne Badehose, desto ernster war es ihm grundsätzlich: Ecce homo - sehet, einMensch."
In diesem Porträtfilm lässt er sich unter anderem über den "unverantwortlichen und übertriebenen Konservatismus" des Klassikpublikums aus.
"Die Zeit ist tatsächlich reif", findet auch Gregor Dotzauer im Tagesspiegel zu den sich offenbar konkretisierenden Plänen, das seit vielen Jahren geforderte "House of Jazz" nun in einem früheren Soldatenkino in Berlin-Reinickendorf entstehen zu lassen (mehr dazu bereits hier). "Berlin hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten zu einer Welthauptstadt des Jazz entwickelt. Musikerinnen und Musiker aus aller Welt haben hier eine Bleibe gefunden. Während für die Amerikaner und Engländer die Unerschwinglichkeit von New York und London eine Rolle spielt, haben sich durch zusehends hochwertige Ausbildungsangebote zwischen Basel und Graz, Trondheim und Amsterdam, europäische Netzwerke herausgebildet, zu denen auch das Berliner Jazzinstitut, eine Kooperation von Hanns-Eisler-Hochschule und Universität der Künste, beiträgt. Trotz ihres Reichtums an Ideen und Talent ist die Szene aber ein Armenhaus geblieben."
Laut Tagesspiegel-Kritiker Ulrich Amling steckt "viel Trauer, Abschied und Herzensbruch" in der "überraschend bunten Abfolge von Vorspielen, Arien und Suiten", die das traditionelle Silvesterkonzert der BerlinerPhilharmoniker unter Kirill Petrenko mit Benjamin Bernheim zu bieten hat. Die letzte Aufführung des Programms wird heute auch live im Radio3 des RBB und etwas zeitversetzt bei Arte im Fernsehen übertragen. Der Dirigent "lotet das Dunkle und Herbe in Tschaikowskys 'Romeo und Julia'-Ouvertüre aus, ehe er sich mit dem Vorspiel zu Massenets 'Werther' Goethes unrettbar an der Liebe und der Welt Leidenden nähert. Aus emotionalem Überdruck entwickelt er behutsam das Porträt einer verletzten Seele, ehe Bernheim Werthers Arie aus dem 3. Akt nahtlos, nur durch den Applaus getrennt, anschließt. Und er singt sie mit einer Hingabe an den Text und seine Nuancen, die man sonst nur bei wenig glamourösen Liederabenden antrifft."
Weitere Artikel: "Für das Neujahrskonzert bin ich ein junger Hüpfer", sagt YannickNézet-Séguin im Welt-Gespräch, durchaus geschmeichelt von dem Umstand, dass die WienerPhilharmoniker sich in diesem Jahr für ihn als Dirigenten entschieden haben. Konstantin Nowotny fragt sich in der taz, ob HarryStyles vor einem Karriere-Comeback steht. Besprochen werden FrankSchätzings Buch "Space Boy" über David Bowie, das der völlig entsetzte tazler Uwe Schütte in der Luft zerreisst, und DJHells neues Album "Neoclash" ("ein fundamentales, in die Zukunft blickendes Album ohne jedes Quantum Nostalgie", versichert Max Dax in der FR).
Der Komponist SamuelPenderbayne sorgt sich in der FAZ um den Zustand der Neuen und zeitgenössischen Musik: Deutliche Abschottung nach innen sei zu erkennen, was einst ein großer Erneuerer war, ist mittlerweile zum Regelwerk verkrustet. Von innen kommen kaum neue Impulse, einer Diversifizierung - ob nach Geschlecht, Alter oder Hautfarbe - stehen eifersüchtig wachende Gatekeeper skeptisch gegenüber. Er schlägt einen Deal vor: Ein gnädiger Welpenschutz für diejenigen, die sich noch erproben müssen und ein waches Ohr für das, was die als neu bestimmen: "Jede Generation muss ihren eigenen Klang finden." Doch "dafür müssen besonders progressiv eingestellte Menschen begreifen, dass Chancengleichheit nicht Ergebnisgleichheit bedeutet. Zwar stimmt es leider nach wie vor, dass unsere Gesellschaft in weiten Teilen Rollenbilder für Frauen vorsieht, die sie Männern unterordnen. ... Doch stimmt es leider auch, dass es inzwischen ein strukturelles Ungleichgewicht zugunsten der Komponistinnen gibt, und dies ist in einer liberalen Demokratie grundsätzlich unerträglich. ... Die künstlerische Qualität ist unser höchstes Gut und darf nie einer politischen Agenda geopfert werden, doch vielleicht wäre eine moderate Identitätspolitik nicht nur erträglich, sondern den Verhältnissen angemessen." Bereits vor fünfzehn Jahren hat der Trompeter TillBrönner vorgeschlagen, in Berlin ein "HouseofJazz" zu errichten, seitdem flammte die Debatte darum immer wieder mal auf. Nun zeichnet sich die Kino- und Theateranlage L'Aiglon am Kurt-Schumacher-Damm als wohl auch von der Politik favorisierte Location ab, berichtet Wolfgang Sandner in der FAZ und ist von den Möglichkeiten der Räumlichkeiten absolut begeistert. "Nach so vielen Jahren der Entwicklung des Projekts" sollte diese Möglichkeit nun auch wirklich "genutzt werden, denn die Situation für das Kulturgut Jazz in Deutschland entspricht zwar noch nicht dem düsteren Szenario, dem Till Brönner vor fünfzehn Jahren seine Jazz-Akademie entgegensetzen wollte." Doch "sind die alarmierenden Anzeichen, etwa zur Marginalisierung des Jazz in den Medien und die ökonomischen Probleme von Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern, in den Jahren seither sicher nicht kleiner geworden. ... Das House of Jazz wird gebraucht."
Außerdem: NewYork macht Berlin vor, wie es geht, staunt Larissa Smurago in der FAZ: Während Berlin als Clubmetropole gerade am Scheideweg zwischen Siechtum und vollendeter Institutionalisierung steht, ist in New York gerade wieder der Zauber des gemeinsamen Anpackens und Aufbrechens zu spüren, wie ihr der erfahrene Veranstalter und Betreiber SevaGranik bestätigt. Christoph Irrgeher blickt im Standard gespannt auf das anstehende Neujahrskonzert der WienerPhilharmoniker, für dessen Programm Dirigent YannickNézet-Séguin auch Stücke von JosephineWeinlich und FlorencePrice angekündigt hat, nachdem 2025 erstmals überhaupt zu diesem Anlass Musik einer Komponistin aufgeführt wurde. Stefan Ender erkundet in der NZZ den Zauber des Donauwalzers, mit dem für viele traditionell das neueJahr beginnt.
Besprochen werden die Autobiografie von LionelRichie (FAZ) sowie NAS' und DJ Premiers Hiphop-Album "Light Years", das der aktuellen Apathie im Rap sehr zur Freude von NZZ-Kritiker Ueli Bernays die Spiel- und Bewegungsfreude früherer Hiphop-Ästhetiken entgegen stellt.
Für ihr Album "Gleann Ciùin" hat sich die schottische Organistin ClaireMSinger von Spaziergängen in der schottischen Natur inspirieren lassen. Tazler Thaddeus Herrmann lässt sich davon gerne mitnehmen, zumal Singer ihrem Instrument eigenwillige Klänge entlockt. Vor dem geistigen Auge erscheinen "epische Abbilder einer Landschaft, in der die Menschheit noch kaum Spuren hinterlassen hat. Erhaben, unbeschreiblich, überlebensgroß. Und doch nahbar und vertraut, trotz aller Schroffheit." Das "sind in Musik gegossene Field Recordings, ohne die Umwelt faktisch hörbar zu machen. Die ist vielmehr omnipräsente Metapher. Singer hat die vielleicht purpursten Drones der bisherigen Musikgeschichte aufgenommen - kontrastiert und kontextualisiert von den weiteren Instrumenten, die die Idee von Weite und Nähe ganz anders aufnehmen. ... Das ist pure Trance. Fokus und Vertrautheit, immer gepaart mit dem verstörenden Unnahbarem. Statt leise Geräusche und Aufnahmen des Draußen eins zu eins abzubilden und in die Kompositionen zu integrieren, ist der Sound der Orgel Verstärker des persönlichsten Inneren. Allesleuchtet, allesatmet."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weiteres: Klaus Walter spricht in der FR mit SonjaEismann über die Benachteiligung von Frauen im Pop, worüber Eismann mit "Candy Girls" gerade auch ein Buch verfasst hat. Peter Praschl verdrückt in der Welt eine Träne darüber, dass MTV zum Ende des Jahres das M im Titel endgültig obsolet macht und Musikvideos komplett aus dem Programm streicht: "Kein junger Mensch weiß noch, wie verdammtgroßartig dieser Sender mal war." Im Reflektor-Podcast von Tocotronics Jan Müller blickt Jens Balzer zurück aufs Popjahr2025. Im Dlf tut er dies mit Jenni Zylka und Ina Plodroch. In der SZ erzählt Josef Wirnshofer die Geschichte, wie sich NeilGust und ElliottSmith einst entzweiten.
Besprochen werden JaanBossiers Album "draad" (FR), HeinzRudolfKunzes "Angebot und Nachfrage" (FAZ), eine neue Aufnahme von JohannStrauss' "Waldmeister" des Orchesters des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter MichaelBrandstätter (FAZ) und das neue Blood-Orange-Album "Essex Honey", dem FAZ-Kritiker Wolfgang Schneider "etwas Versponnenes, Traumschönes" bescheinigt.
Deutschrap hat sich zu Tode gesiegt, ist Jens Ulrich Eckhard im Welt-Kommentar überzeugt. Zwar dominiert das Genre Listen wie etwa die meistgestreamten Acts in Deutschland. "Doch akustisch betrachtet handelt es sich bei den Chartstürmern um einen weitestgehend gleich klingenden Mischmasch aus Trap-Beats, Autotune-Hooks und dahingenuschelten Texten. Deutschrap ist zur generischen Leierkastenmusik der Gen Z verkommen. Vom Kreativitätsschub, der das Genre in den gut zehn Jahren von etwa 2005 bis 2015 durchfuhr, keine Spur mehr. ... Dagegen wirkt die Szene heute wie ein stickiger Klassenraum, in dem ein paar Kids apathisch auf ihren Geräten herumwischen."
Außerdem: Die Agenturen melden dass PerryBamonte, der Gitarrist und Keyboarder von TheCure, gestorben ist. Der Tages-Anzeigerverkündet die besten Popsongs des Jahres.
Konstantin Nowotny schreibt in der tazzum Tod von ChrisRea (weitere Nachrufe bereits hier). In der FAZ gratuliert Stephan Mösch dem Pianisten HelmutDeutsch zum 80. Geburtstag. Besprochen werden eine Ausstellung über die multimediale Berliner Punkband DieTödlicheDorisin der Weserburg in Bremen (taz) und ein Buch mit den Erinnerungen von Schostakowitschsdritter EhefrauIrina (FAZ).
Mit "Driving Home for Christmas" landete er alljährlich kurz vor Weihnachten in den Sendeplätzen der Radios und in den Charts, nun ist ChrisRea wenige Tage vor Heiligabend einem Krebsleiden erlegen. Er hatte "eine Stimme zum Bärenvertreiben im Wald", schreibt Jakob Biazza in der SZ und führt durch entscheidende Etappen in der nicht immer geradlinigen Karriere des Musikers. Erst nach einigen Mainstream-Hits in den Achtzigern und nach einer ersten Krankheit konnte dieser sich endlich seiner eigentlichen Leidenschaft - der Filmmusik - widmen. Später, nach erneuter Krankheit, wandte er sich endgültig dem Blues zu: "Es war nun ein erneut spätes, enormes Glück, dass Rea sich hier nicht sträubte. Dass er seinen so mondsüchtig strahlenden Gitarrenton fortan dem Pop entzog und seinen großen Hits ... ein paar knochentrockene, im allerbesten Sinne humorlose Blues-Rock-Herrlichkeiten beisteuerte." Auch Ueli Bernays würdigt in der NZZ den späten Chris Rea und dessen aufwändiges, mehrere Alben umfassendes Projekt "Blue Guitars": "Während achtzehn Monaten habe er täglich zwölf Stunden daran gearbeitet und jede Sekunde genossen, erklärte er später. In den 137Songs ... zeichnete er die Geschichte des Blues nach, angefangen bei den Wurzeln in Westafrika."
Eine Playlist mit dem kompletten "Blue Guitars"-Zyklus gibt es auf Youtube:
Auf Zeit Online fokussiert Jens Balzer eher auf Reas erste Karriere: "Oft hatte man das Gefühl, dass er eigentlich nur für sich selbst singt, sodass seine Musik noch in den dramatischsten Momenten authentisch und nahbar wirkte", seine "Stimme war schon immer von der Aura einer gewissen Grundmüdigkeit umflort, sie war 'road-weary', wie man im Englischen sagt, welt- und reisemüde. Umso schöner erschien es, wenn die Musik drumherum strahlte. Und wie sie strahlte: durch die zart gefingerten Blues-Licks, die er nach eigenen Angaben als Autodidakt auf der Gitarre bei dem Delta-Blues-Musiker Charley Patton abgeschaut hatte; ebenso wie durch den markanten Einsatz des Bottleneck, also dieser kleinen Metallröhre, mit der man über die Saiten gleitet und die Töne zum Schweben und Sehnen bringt und auch manchmal zum Wengeln und Quengeln." So etwa in "Josephine":
Außerdem: In der FAZ gratuliert Max Nyffeler dem Komponisten GeorgesAperghis zum 80. Geburtstag. Besprochen werden DanielAverys neues Album "Tremor" (taz) und PhilippThers Buch "Der Klang der Monarchie. Eine musikalische Geschichte des Habsburgerreiches" (SZ).
Julian Weber berichtet in der taz vom Besuch einer Delegation deutscher Popmusiker bei Kulturstaatsminister WolframWeimer, von dem sie fordern, dass er sich für eine bessere Vergütung für Künstler beim Streaming einsetzt. Christian Schachinger hört sich für den Standard durch die aktuelle österreichische Produktion an Weihnachtsliedern. Besprochen wird eine remasterte Luxus-Neuausgabe des 1975 erstveröffentlichten Genesis-Albums "The Lamb Lies Down on Broadway" (NZZ).
Die Schauspielerin, Regisseurin, Produzentin und AutorinSaralisa Volm blickt in der SZ ziemlich begeistert aufs Phänomen des sogenannten "Fotzenrap", das 2008 mit Lady Bitch Ray erstmals an Fahrt aufnahm und zuletzt durch Rapperinnen wie Ikkimel wieder populär wurde. Sehr selbstbewusst bezeichnen sich die Rapperinnen selbst als nach dem derben Wort für das weibliche Geschlechtsorgan und markieren die harte Frau, die Männer reihenweise vernascht und dann zum Putzdienst verdonnert. Aber war das Wort nicht mal eine schwere, sexistische Beleidigung? "Keine der Rapperinnen, die es nutzen, tut es nur zum Spaß. Siewissen, wassiesagen, und allein das gibt uns ein Gefühl für die Ironie, die in ihren Texten liegt. Ihre Wortwahl ist nicht nur Provokation um der Provokation willen. Sie kritisieren und sie spielen mit internalisierterMisogynie - und sind doch nicht ganz frei davon. Hip-HopbleibtKlassenkampf und Einsatz für Teilhabe, durch Musik und durch Provokation."
Weiteres: Die WamS liefert ein Transkript des Podcastgesprächs, das Mathias Döpfner mit NileRodgers von Chic geführt hat. Besprochen werden ein Bach-Abend der BerlinerPhilharmoniker unter RaphaëlPichon (FAZ), ein neues Solo-Album des Geigers GiorgosPanagiotidis (FR) und ein von FranzWelser-Möst dirigiertes Konzert der WienerPhilharmoniker (Standard).
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