"Philippe Parreno. Voices". Ausstellungsansicht. Haus der Kunst. 2024. Foto: Andrea Rossetti Wer sich schon immer mal von Susanne Daubner durch einen Science-Fiction-(Alb-)Traum führen lassen wollte, hat in Philippe Parrenos Ausstellung "Voices" im Münchner Haus der Kunst die Gelegenheit dazu, freut sich Gabi Czöppan im Tagesspiegel. Die Stimme der "Tagesschau"-Sprecherin führt durch Filme und Lichtskulpturen, die Parreno mithilfe einer künstlichen Intelligenz geschaffen hat. Daubners "Text, den sie monoton und sachlich für die Aufnahme vorgelesen hat", soll sich "zu einer sich ständig verändernden, neuen Sprachform entwickeln" - das erledigt ein Computer, "der in einer Ecke eifrig blinkt und mit Hilfe einer KI Daten direkt in die Ausstellung überträgt. Jede Bewegung, jedes Geräusch, jeder Atemzug, jeder Temperaturanstieg wird registriert und verarbeitet." Der Künstler möchte aufmerksam machen auf den Klimawandel, der seiner Heimat Andalusien schon jetzt Temperaturen von bis zu 50 Grad beschert: "Eine Ausstellung sei nicht nur eine Anordnung von Objekten, sondern 'ein Akt der Schöpfung', hat Philippe Parreno einmal gesagt. In München schafft er ein fast apokalyptisches Gesamterlebnis."
Ferial Nadja Karrasch führt für Monopol ein Interview mit Tanja Pirsig-Marshall, die die Otto Mueller-Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster kuratiert (unsere Resümees) und zu dem Künstler promoviert hat: Die Ausstellung wurde insbesondere von SZ und NZZ dafür kritisiert, zeitgenössische Maßstäbe an Kunst anzulegen, die mit ihren Entstehungsbedingungen wenig zu tun hätten. Die Kuratorin betont hingegen, es gehe darum, ein Bewusstsein zu schaffen für die Kontexte: "Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Mueller kein Rassist war. Er hatte eine wirkliche Affinität zu den Sinti und Roma. Nichts deutet darauf hin, dass er sich für etwas Besseres gehalten hat, ich sehe das nicht. Aber Tatsache ist, dass seine Werke zur Reproduktion bestimmter Stereotype beigetragen haben, die auch von den Nationalsozialisten aufgegriffen und verzerrt wurden und die zur Verfolgung führten. Sich solche Wechselwirkungen bewusst zu machen, ist wichtig. Diese Themen müssen aufgegriffen werden. Gerade hier in Deutschland und gerade mit der aktuellen Rechtsbewegung."
Besprochen wird die Augmented-Reality-Ausstellung "The Orangerie" im Grüneburgpark Frankfurt, eine Gemeinschaftsarbeit palästinensischer und israelischer Künstler (Monopol).
Der Guardianwürdigte die aktuelle Francis-Bacon-Ausstellung "Human Presence" in der Londoner National Portrait Gallery als eine der besten, aber auch zugleich "brutalsten" Bacon-Ausstellungen überhaupt, und dem kann Peter Richter in der SZ nur zustimmen. Die Schau lässt allen "existenzialistischen Weihrauch" um Bacon abziehen und so sieht Richter vor allem "Freunde und Vertraute aus dem Nachtleben von Soho. Männer, mit denen er schlief. Kollegen, mit denen er tafelte. Frauen, mit denen er diskutierte, feierte und sich mit Hingabe betrank. Es ist höflich, aber doch auffällig viel von 'drinking companions' die Rede. Umso mehr schockiert dann die Gewaltsamkeit: Gesichter, die zur Faust geballt werden. Gesichter, die wie mit Fäusten zermantscht aussehen. Swirl-Effekte wie zum Unkenntlichmachen von Personen in der digitalen Bildbearbeitung, nur eben in Öl auf Leinwand und an Menschen, die ihm eigentlich nahestanden. Die Art, wie er sie porträtierte, sei von vielen tatsächlich als 'Verletzung' empfunden worden, gibt Bacon in einem Fernsehinterview zu".
Weiteres: Für die tazbesucht Frank Keil den Maler Dieter Glasmacher, der dieses Jahr seinen 85. Geburtstag feiert. Besprochen wird die RinekeDijkstra-Ausstellung "Still - Moving Portraits 1992-2024" in der Berlinischen Galerie (taz, mehr hier)
Weiteres: Boris Pofalla unterhält sich mit dem kanadischen Künstler Jeff Wall, der gerade in der Londoner White Cube Gallery ausstellt, über die Komposition und Langlebigkeit von Farbfotos. Vincent Först unterhält sich für monopol mit Designer Fuseinatti über "Internet Aesthetics". Besprochen werden noch Gary Simmons' Ausstellung "Thin Ice continues" in der Galerie Hauser & Wirth in Manhattan (Hyperallergic) und Ai Weiweis "What You See Is What You See" bei Faurschou New York (Hyperallergic).
Ülo Sooster. Mona Lisa. 1960. Sooster Family Collection. Die Bilder eines "Kosmo-Erotikers" kann FAZ-Kritiker Jan Brachmann im Mikkel Museum in Tallinn bewundern: Eine große Ausstellung widmet sich dem estnischen Künstler Ülo Sooster, einem "lustvollen, witzigen Nonkonformisten", der sich durch die gesamte Kunstgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts malte "vom Spätimpressionismus bis zum Surrealismus und der abstrakten Malerei", so Brachmann. Die Sojwets fanden seine Bilder weniger witzig - Sooster musste ins Arbeitslager, wo er allerdings munter weilter malte: "Die Eierbilder gehören zu den lustigsten und originellsten. Eine große Filzstiftzeichnung von einem Ei zeigt auf dessen Oberfläche Strukturen, die an die gewundenen Gänge eines Tritonshorns oder eine Vulva erinnern. Sooster bringt das Ei und Gustave Courbets 'Ursprung der Welt' zusammen, wie er auch sonst viele intertextuelle Scherze liebt und in einer Bleistiftzeichnung von Leonardos 'Mona Lisa' deren Mund und linkes Auge surrealistisch gegeneinander tauscht."
Auch Michaela Nolte ist im Tagesspiegelangetan: "Wir beschreiten fragile Wege, bewegen uns auf frei schwebenden Plateaus oder plötzlich endenden Planken, die über gähnende Tiefen ragen; blicken in die Ferne oder auf Wand- und Dachkonstruktionen. Wobei der delikate Duktus in den transparenten Partien ebenso auf den Baustoff Glas und die damit einhergehende Offenheit der Architektur Mies van der Rohes rekurriert."
Außerdem: In der FAZ freut sich Peter Kropmanns über die beendete Restaurierung der prächtigen "Chapelle de la Vierge" in der Pariser Kirche Saint-Sulpice. Besprochen wird die Ausstellung "Ribera - Ténèbres et lumière" im Petit Palais in Paris (NZZ)
Ein ganz "famoses" Experiment erlebt Christiane Meixner (Tagesspiegel) im Berliner Bröhan-Museum, das in der Ausstellung "Intervention #1" Objekte aus der Sammlung mit den geometrischen, dreidimensionalen Werken des Künstlers Gerold Miller konfrontiert. In der Auswahl "überwiegt das Ornament. Kurviges, Ausladendes wie jene 'Tänzerin mit Kothurn', die um 1901 in Paris aus feuervergoldeter Bronze gegossen wurde: mit einem Kleid, das in dekorativen Falten erstarrt ist und in der Hochphase des Jugendstils entstand. Ein Gemälde von Karl Hagemeister verheißt den 'Blick aus dem Fenster auf Häuser in Paris' um 1884. Zwei Jahrzehnte jünger ist die Vase aus der Manufacture Nationale de Porcelaine de Sèvres. Aber halt: Gibt es hier nicht die erste formale Anknüpfung? Das schlichte Gefäß betört mit seiner schwarz-blauen Glasur - ein Doppel, das sich in einem 'SET'-Duo von Miller wiederfindet. Ein kleiner Tisch nimmt die Kreisform seiner 'Instant Vision 265' von 2023 visuell wieder auf.... Man beginnt zu ahnen, wie Gerold Miller sieht; wie die optischen Impulse der Kunstgeschichte ihren Weg in sein Werk finden. Zugespitzt, abstrahiert, allgemeingültig."
Die Kunst gibt sich immer politischer, und doch wird das, was aus der Kultur an Einmischung kommt, von der Politik längst nicht mehr ernst genommen, notiert Tobi Müller, der sich in einem Essay auf Zeit Online noch an herausragende politische Kunst zu Beginn des Jahrtausends erinnert. Aber: "Das Problem ihrer Politisierung begann aber da, als diese Haltungen selbst zur Marke der Künstlerinnen und Künstler wurden. Aus der Freiheit, auch politische Kunst machen zu dürfen und damit ein großes Publikum erreichen zu können, erwuchs ein Marktbefehl, politischer Künstler sein zu müssen. Häufig stammt dieser Befehl von Marken und Museen, die mit aktivistischer Kunst von ihren institutionellen Problemen ablenken wollen. Die Luxusüberbauung des einst subkulturellen Tacheles-Blocks in Berlin ist nur eins von vielen Beispielen: Das Fotomuseum Fotografiska versuchte dort gleich zu Beginn, mit extra-aktivistischen Ausstellungen Kritik an dem Immobilienprojekt abzuwehren. Deshalb wird diesen Marken und Museen auch art washing vorgeworfen. 2024 hat sich nun besonders deutlich gezeigt, dass aus diesen Entwicklungen ein quer durch alle Kunstszenen ersichtliches Problem entstanden ist: die Überschätzung der eigenen Wirkungskraft."
Weitere Artikel: Im Welt-Interview spricht der kanadische Künstler Jeff Wall über seine aktuelle Ausstellung in seiner Londoner Galerie und über die Restaurierung und Konservierung von Fotografien. Für den Tagesspiegel wirft Eva Karcher einen Blick auf das krisengeschüttelte Kunstmarktjahr 2024. Für die Berliner Zeitung porträtiert Len Sander die Autorin und Künstlerin Cemile Sahin, deren Videoarbeiten und Rauminstallationen derzeit in der Ausstellung "ROAD RUNNER" in der Berliner Galerie Esther Schipper zu sehen sind.
Miquel Barceló: Neuf demi tomates, 2010. Bild: Galerie Bruno Bischofsberger.
Gegen Anflüge von Winterdepression empfiehlt Alexandra Wach für Monopol den Besuch von "Miquel Barceló: Vida y Muerte" im Museum Küppersmühle in Duisburg. Zwischen Darstellungen von Speis und Trank geht es dekadent zu, es "tauchen verrottende Früchte inmitten des rauschhaften Genusses auf, jede Menge Schädel, menschlich und tierisch, die Lust am Essen ist offenbar nicht ohne den Drang zu töten zu haben. (…) vielleicht sollte man sich nach den Aufbrüchen von Transavanguardia, Figuration Libre und den Neuen Wilden einfach noch einmal von der erdigen Materialität dieser Malerei verführen lassen, der Reverenz an Licht und die sich ständig ändernden Farben des Meeres. Entwaffnend sinnlich sind auch die unkonventionellen Materialien wie Vulkanasche, Algen, Sedimente und hausgemachte Pigmente. So lässt sich die winterliche Trübsal des Nordens ertragen."
Weiteres: Der Kunstwissenschaftler Matthias Bruhn macht sich im Spiegel online-Interview über digitale Bilder in Zeiten von KI Gedanken.
Besprochen wird: Wie sich wohnen künstlerisch gestalten lässt, von "Poverty Porn" bis Herrenhaus, erkundet die Taz in der Ausstellung "Our House" in der Frankfurter Villa Giersch (Taz), "Robert Longo" in der Wiener Albertina (FR), "Böse Blumen. Baudelaires 'Fleurs du Mal' und die Kunst" in der Sammlung Scharf-Gerstenberg (Tagesspiegel) und die SZ begibt sich nach Weimar, um in Erfahrung zu bringen, wie das eigentlich war, mit Goethe und Caspar David Friedrich in der Ausstellung "Caspar David Friedrich. Goethe und die Romantik in Weimar" im Schiller-Museum Weimar.
Im Monopol-Magazin spricht der syrische Künstler Tammam Azzam, der mit Collagen aus Kriegsruinen bekannt wurde, über das Kunstschaffen unter Assad: "Wenn du in Syrien lebst, gibt es etwas in dir, was dein eigenes Verhalten konstant beobachtet, um nicht zu riskieren, festgenommen zu werden. Es war jedoch immer einfacher, visuelle Kunst zu machen, als zu schreiben, weil es weniger konkret ist als Worte. Allerdings gab es auch unendlich viele Künstler, die bis zu diesem Moment ins Gefängnis gekommen sind. Am Ende war es dem Regime egal, welche Kunst du gemacht hast, aber es war niemals egal, wenn sie kritisch war."
Weitere Artikel: In der tazerinnert Hili Perlson an das vor fünfzig Jahren aus dem Oratorio di San Lorenzo in Palermo gestohlene Caravaggio-Gemälde "Die Geburt Christi mit den Heiligen Laurentius und Franz von Assisi", das an Platz zwei der meistgesuchten Kunstwerke weltweit steht. Seit 2010 werden immer neue zeitgenössische Künstler gebeten, für die Stelle des geraubten Gemäldes ein eigenes Werk zu schaffen, dieses Jahr wird es von Michelangelo Pistoletto kommen, so Perlson: "Pistolettos Neuinterpretation des Caravaggio-Gemäldes, so viel hatte der Künstler vorab der taz verraten, wird seine ikonische Spiegelmalerei aufgreifen. Auf einer großen spiegelnden Fläche soll eine Kopie des Engels aus dem originalen Gemälde angebracht werden." Das Neuköllner Kulturzentrum Oyoun soll schon bis Ende des Jahres ausziehen, meldet Susanne Memarnia in der taz. In der FAZ denkt Stefan Trinks über Darstellungen der Geburt Christi in einem ruinösen Palast-Stall nach. Ebenfalls für die FAZ besucht Kerstin Holm das von dem ehemaligen Spiegel-Korrespondenten Norbert Kuchinke gegründete russisch-orthodoxe Kloster in Götschendorf in der Uckermark, wo zwar Russen, Ukrainer und Belorussen zusammen leben und beten dürfen - dafür mischt sich das Moskauer Patriarchat in der Frage der künstlerischen Gestaltung ein.
FAZ-Kritikerin Gina Thomas freut sich über die Erneuerungen, die das Turiner Museo Egizio zur Feier seines zweihundertjährigen Bestehens vorgenommen hat. Die beeindruckende Sammlung altägyptischer Kunst, die das Museum beherbergt, erscheint so in neuem Licht, lobt sie: "Im neugestalteten Saal der Könige ruft die Symbiose von Architektur und Präsentation den Gang von der Finsternis ins Licht hervor, der im altägyptischen Glauben den täglichen Sonnenlauf mit dem Lebenszyklus gleichsetzt. Bislang waren die von hohen Sockeln herabblickenden Götter und Könige in einer für die Olympischen Winterspiele von 2006 konzipierten, hollywoodartigen Darbietung des Szenenbildners Dante Ferretti wie Bühnenstars im Rampenlicht platziert. Nun ist der Hollywood-Kitsch einer Bulthaup-Ästhetik gewichen. Durch Fenster im freigelegten Gewölbe, von denen keiner gewusst hatte, dass es sie überhaupt gab, fällt Tageslicht auf die Skulpturen, wie einst in Karnak."
Olga de Amaral in der Fondation Cartier. Ausstellungsansicht
Eine begeisterte Christiane Meixner stellt im Tagesspiegel die 92-jährige kolumbianische Künstlerin Olga de Amaral vor, deren textile Kunstwerke gerade in der Fondation Cartier in Paris ausgestellt sind. In Europa ist sie kaum bekannt - selbst schuld, meint Meixner in Richtung der Europäer, die Weben für weniger anspruchsvoll halten als Bildhauern. "Ihr gestischer Duktus ist das Flechten oder Weben, die Techniken werden mit jedem Jahrzehnt ausgefeilter. Farben liefern die Textilien selbst. All das macht sie jenen abstrakten Bildern ähnlich, mit denen sich die Künstlerin während ihres ersten Aufenthalts in den USA um 1955 beschäftigte. Zurück in Kolumbien, kombinierte sie ihre experimentellen Erfahrungen mit dem traditionellen textilen Wissen ihrer Heimat. ... Ein Teil der Werke hängt in chronologischer Reihenfolge an den Wänden, der andere schwebt an unsichtbaren Fäden von der Decke. Diese Arbeiten strukturieren den Raum: Man läuft sie ab, sieht Vorder- wie Rückseiten und das Licht, das bei locker gewebten oder geflochtenen durch die Muster scheint. So entsteht eine magische Atmosphäre."
In "Bilder und Zeiten" (FAZ) versucht der in Deutschland lebende russische Maler Nikolai Estis zu erklären, warum er es hasst, seine Bilder zu verkaufen: "Ich erinnere mich an die Worte eines erfolgreichen Kollegen, der, zu Besuch in meinem Atelier und abermals einer Reihe neuer Bilder ansichtig, auszurufen pflegte: 'Mach mal halblang, mein Lieber! Du hast doch die alten noch gar nicht an den Mann gebracht!' Das ist ein mir gänzlich fremder Zugang. Für den meinen habe ich freilich keine Erklärung, nur ein Gefühl, das mir sagt: Irgendwann wird jemand kommen, vielleicht der wichtigste aller Kunstrichter, und fragen: 'Wer bist du? Was stellst du dar?' Und dann werde ich alles vorlegen, was ich je geschaffen habe, und sagen: 'Das ist, was ich bin.' Vielleicht aber kommt dieser Jemand eigentlich mit jedem neuen Menschen in mein Atelier."
Weitere Artikel: Karen Krüger (FAZ) spaziert durch den renovierten Vasari-Korridor der Uffizien, ein Fluchtweg und zugleich "ein Zeugnis für die Macht und den Einfallsreichtum der Medici und ein Renaissance-Bauwerk, wie Leonardo da Vinci es sich nicht kühner hätte vorstellen können". In der taz scheint Sophie Jung recht zufrieden mit der neuen Leiterin der Documenta, Naomi Beckwith.
Besprochen werden außerdem eine Ausstellung "Weißes Wüstengold" im Hamburger Museum am Rothenbaum zum hundertjährigen Jubiläum des Chilehauses, für die der Architekturtheoretiker Alfredo Thiermann die Salpeter-Bergwerke fotografierte, die der Hamburger Kaufmann Henry B. Sloman Anfang des 20. Jahrhunderts in der Atacama-Wüste bauen ließ (FAS), eine Schau zu "Skulptur und Farbe in Spaniens Goldenem Zeitalter" im Prado (FAZ), Alexej Tchernyis Papierdioramen in der Grimmwelt Kassel (FAZ) und eine Ausstellung mit psychiatrischen Tierbildern in der Heidelberger Sammlung Prinzhorn (FAZ).
Wie man mit verschiedenen Masterclasses für Verständigung und gegen den Boykott jüdischer und israelischer Künstlerinnen und Künstler einsetzt, erfährt Eugen El im Monopol-Gespräch mit Stella Leder, der Mitbegründerin der Jüdischen Kunstschule Berlin. Kunstschaffende wie David Adika und Hilla Toony Navok sollen die Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Israel intensivieren: "In erster Linie laden wir Künstler ein, weil wir sie interessant finden - wir wollten sozusagen keinen Raum der Marginalisierten schaffen, sondern einen interessanten, anziehenden und offenen Raum. Gleichzeitig wollen wir etwas gegen den extremen und massiven Boykott von israelischen Künstlerinnen und Künstlern nach dem 7. Oktober tun. Die Kunstwelt funktioniert ja sehr stark über Netzwerke, die den Zugang regeln. Wir glauben, dass es zumindest in den nächsten Jahren darauf ankommt, neue Netzwerke zu bauen - und dass jüdische und israelische Künstlerinnen und Künstler auch jüdische Netzwerke in der Kunstwelt brauchen, weil sie sonst völlig ungeschützt diesem Sturm an Boykott und Antisemitismus ausgesetzt sind."
Weiteres: Rembrandt hat Konjunktur, stellt die SZ in den Ausstellungen "Rembrandts Amsterdam" im Städel-Museum Frankfurt und "Rembrandt - Hoogstraten. Farbe und Illusion" im Kunsthistorischen Museum Wien fest.