Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.03.2015 - Design


Links: Alexander Wang für Alexander Wang. Rechts: Alexander Wang für Balenciaga. Beide RTW Sommer 2015

Für die 20-Jährigen ist Alexander Wang der neue Superstar unter den Modedesignern. 1983 in San Francisco als Sohn taiwanesischer Einwanderer geboren, gründete Wang 2005 sein eigenes Modelabel, 2012 wurde er Nachfolger von Nicolas Ghesquière bei Balenciaga. Zwei Jahre später kannten und liebten ihn auch die H&M-Kunden, für die er eine erschwingliche Kollektion entwarf. Mode ist für ihn vor allem "eine Art zu kommunizieren, eine Unterhaltung darüber, wer wir sind und wie wir leben möchten", erklärt Wang im Gespräch mit Jess Cartner-Morley vom Guardian. Das klingt naiv, doch der 31-Jährige hat einen ungewöhnlich scharfen Blick auf seinen Riesenerfolg, lernt Cartner-Morley. "Er versteht genau, dass seine Vision nur ein Teil dessen ist, was auf dem Laufsteg geschieht. Die Interpretation des Publikums trägt ebenfalls dazu bei. Über seine erste Kollektion für Balenciaga zum Beispiel, eine Umgestaltung klassischer Formen mit den technologisch neuesten Stoffen, die von den Kritikern als Wangs Versprechen gelesen wurde, das Haus zu modernisieren, sagt er: "Die Leute denken sie wissen, worum es dir geht, sie machen sich im Voraus eine Vorstellung von dir. Ich glaube, dass die Kollektion völlig anders interpretiert worden wäre, wenn ein Designteam aus dem Haus sich am Schluss verbeugt hätte. Das Publikum hatte vorgefertigte Erwartungen und es las in mich hinein, was es sah.""

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.03.2015 - Design

Design sollte die Dinge nicht einfacher machen, sondern schwieriger. Manchmal jedenfalls, schreibt Brian Millar im Guardian mit einem zärtlichen Blick auf seine Leica: "Ich liebe meine Kamera. Ich liebe sie, obwohl ich einen Monat lang nur schreckliche Bilder damit gemacht habe. Ich liebe sie, obwohl ich die Blende einstellen, mich um die Tiefenschärfe ängstigen muss und meine Familie nerve, während ich an den Metallknöpfen fummele. Ich liebe sie, weil sie mich zum Denken bringt: über Licht, Farbe und Komposition. Ich machen mit ihr weniger Bilder als mit meinem Handy, aber viel bessere."


Links: Evening coat, 1937, black taffeta, embroidered with layers of gilded sequins. Patrimoine Lanvin. Rechts: Evening ensemble Alcmène (jacket, dress and slip), 1929, pink silk crêpe, embroidered with Swarovski crystals and silvered tubes. Collection Palais Galliera. Alle Fotos: © Katerina Jebb, 2014

In L"Express erzählt Alber Elbaz, der heutige Modeschöpfer von Lanvin, wie er die Ausstellung über Jeanne Lanvin im Palais Galliéra kuratiert hat, und warum er viele Kleider flach auf Glasplatten legte, statt sie auf Puppen zu präsentieren: "Sehen Sie sich den Abendmantel an, der auf der Einladungskarte fotografiert ist, diese Kimono-Ärmel, die ans 18. Jahrhundert erinnernde Silhouette: Das scheint sehr zeitgenössisch, fast wie das Werk eines jungen avantgardistischen Designers. Man sieht das, wenn es so flach hingelegt wird, man erkennt die außergewöhnliche Arbeit an der Form, der Komposition."



Links: Dress Lesbos, 1925, absinthe green silk satin, embroidered with glass beads and silvered tubes. Patrimoine Lanvin. Mitte: Dress Fausta also called Petit dîner, 1928-1929, navy blue chiffon, embroidered, with silvered metal rods and Swarovski crystals. Collection Palais Galliera. Rechts: Dress Boulogne, summer 1920, beige crêpe, red crêpe, red stitching, navy blue appliqués, embroidered with white beads. Patrimoine Lanvin. Alle Fotos: © Katerina Jebb, 2014

Efeu - Die Kulturrundschau vom 03.03.2015 - Design



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Stichwörter: Cocktails

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.02.2015 - Design


Auf faz.net berichtet Jennifer Wiebking von den Londoner Modeschauen, wo die britische Mode, wie sie schreibt, gerade ihre "Wiedergeburt" demonstriert - mit Designern aus aller Welt. Ein Beispiel ist Mary Katrantzou (der Wiebking vor zwei Wochen ein längeres Porträt gewidmet hat), die mit ihrer neuen Kollektion erfindungsreich dem Minimalismus mit viktorianischem Maximalismus eine Nase dreht: "Die Röcke schwingen um die Schienbeine von rechts nach links und links nach rechts, sie lötet bunte Plastikornamente auf schweren Damast, bestickt ihn mit Schaumstoff, sie arbeitet mit Brokat, buntem Pelz und Swarovski-Kristallen und füttert die Kapuzen der Paisley-Dufflecoats mit Glasseide."

Tim Blanks zieht auf style.com den Hut vor Katrantzous Technik: "Katrantzou looked to the guys who make cars for help in melding technologies - or rather, molding technologies. That"s where all those pieces that shaped the body came from. The synthetics of modernism combined with damasks, brocades, paisleys to create manifold weirdnesses, like the filaments of plastic that added a 3-D depth to damask, or the inserts of foam that were sliced into the waistband of a skirt."

Ein Hit, zumindest für Jezebel, war auch Christopher Kanes Schau mit den aufgedruckten nackten Schiele-Illustrationen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.02.2015 - Design

"Etwas spröde, aber inspirierend" ist die Ausstellung über die Geschichte des Systemdesigns im Museum für Angewandte Kunst in Köln, meint Laura Weißmüller in der SZ. Ihr FAZ-Kollege Andreas Platthaus hat unterdessen in Leipzig die Ausstellung "Vornehmste Tischlerarbeit aus Leipzig - Hoftischler und Unternehmer F. G. Hoffmann" im Grassimuseum für Angewandte Kunst besucht.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 24.01.2015 - Design

Michael Pilz besucht für die Welt die Dauerausstellung "Staatssicherheit und DDR-Diktatur" in der zum Museum umfunktionierten ehemaligen Berliner Stasizentrale und wird ganz traurig: "Man stößt in den Privatgemächern auf die schrecklichsten Designsünden. Auf das Ungetüm eines nachtblauen Lesesessels aus den Siebzigerjahren, einen formalistischen Folkloreteppich und ein Landschaftsbild mit einem Jäger, der wie ein Tschekist mit seiner Umwelt eins wird. Aber man begegnet eben auch Museumsstücken, aus denen die klassische Moderne spricht, von Werkbund bis Reformbewegung, und man könnte daraus schließen, dass die DDR auch daran scheitern musste, dass ihre Ideen und Ideale keinen Kontext fanden. In ihrer industriellen Formgestaltung waren die Visionen nach den Sechzigern ja auch verschwunden." (Foto: Erich Mielkes Büro, Stasimuseum Berlin)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 23.01.2015 - Design

Traditionell wird in Korea auf dem Boden gesessen und geschlafen. Zwar hält seit dem späten 19. Jahrhundert zunehmend die westliche Lebensweise Einzug und mit ihr die dazugehörigen Möbel, doch noch immer sitzen viele Koreaner lieber auf dem Boden vor dem Sofa als darauf - mit interessanten physiologischen Folgen, berichtet Hoo Nam Seelmann in der NZZ: "Sitzt man auf dem harten Boden mit angewinkelten Beinen, entstehen andere Spannungen in der Muskulatur, als wenn man sich auf dem Stuhl oder Sofa niederlässt. Zudem müssen die Koreaner mehr Muskeln in Bewegung setzen, um aufzustehen. Eine Wendigkeit und eine gewisse Stärke in den Beinen sind erforderlich, um sich elegant und leicht vom Boden zu erheben, ohne sich mit den Händen abzustützen. Wegen dieser Beweglichkeit gibt es in Korea viel weniger Stürze mit Knochenbrüchen im Haus."
Stichwörter: Korea, Möbel

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.01.2015 - Design

In der SZ berichtet Laura Weißmüller von der "Living Kitchen" in Köln, wo sie allerdings nur wenige der neuen Ideen für die Küchengestaltung überzeugen konnten: Eher kurios fand sie Schränke für den Gemüseanbau von Vegetariern, jedoch sehr "charmant" den von Moritz Putzier gestalteten "Cooking Table", der insbesondere eingeschränkten Menschen das Leben erleichtert.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.01.2015 - Design

Nach der Berliner Modemesse Bread & Butter hat nun auch die Münchner Traditionsmarke Rena Lange Insolvenz angemeldet. In der FAZ sieht Sabine Spieler schwarz für die deutschen Labels, die auf dem internationaliserten Markt nicht mehr mithalten können: "Seit 20 Jahren verfolge ich als Journalistin die Höhen und Tiefen von Firmen wie Rena Lange, Strenesse, Escada, Joop!, Laurèl, René Lezard und St. Emile. Alles große Namen, die heute nur noch ein Schatten ihrer selbst sind."

Der Guardian begrüßt die erste britische Yves-Saint-Laurent-Ausstellung, die YSL-Erfinder und Erbe Pierre Bergé im sehr vornehmen Bowes Museum in Barnard Castle von County Durham organisiert hat. (Foto: Mondrian Short Cocktail Dress, Haute Couture Collection Fall/Winter 1965, Yves Saint Laurent. The Bowes Museum)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.01.2015 - Design

Franziska Augstein (SZ) hat sich in Berlin eine Ausstellung über die Inneneinrichtung der Stasi angesehen: Diese versammelt "Tische, Stühle, Sessel, Schränke, die in den Fünfziger- und Sechzigerjahren modern waren, meist in muffig anmutenden Farben gehalten."