Leo Strauss, Eric Voegelin

Glaube und Wissen

Der Briefwechsel zwischen Eric Voegelin und Leo Strauss von 1934 bis 1964
Cover: Glaube und Wissen
Wilhelm Fink Verlag, München 2010
ISBN 9783770549672
Kartoniert, 208 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Peter Opitz. Mit den Namen der beiden deutschen Emigranten Leo Strauss und Eric Voegelin verbinden sich neben ihrer scharfsinnigen Kritik an einer zum Positivismus verflachten Sozialwissenschaft die Bemühungen um eine Wiederbelebung der klassischen griechischen Philosophie. Dass beide Denker jenseits dieser Gemeinsamkeiten höchst unterschiedliche philosophische Positionen vertraten, ist eine der zahlreichen Erkenntnisse, den dieser über zwei Jahrzehnte geführte Briefwechsel vermittelt. Nachdem dieser schon in englischer und französischer Übersetzung vorliegt, erscheint er hier erstmals in der Originalfassung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2010

Einem besonderen Denkprozess durfte unser Rezensent beiwohnen, beim Lesen der von Peter J. Opitz erstmals vollständig auf Deutsch herausgegebenen Korrespondenz zwischen Eric Voegelin und Leo Strauss. Angeleitet durch einen umsichtigen Kommentar, der die Kontroversen der beiden politisch denkenden Philosophen offenlegt, folgt Thomas Meyer dem Briefwechsel und macht sowohl Gemeinsames als auch Konfliktlinien aus. Als die wichtigste, die auch für das Ende der Beziehung der beiden Denker verantwortlich war, wie Meyer erklärt, erscheinen ihm die unterschiedlichen Haltungen zum Verhältnis von Philosophie und Offenbarung, von Vernunft und Glauben. Ausdrücklich aber ist es für Meyer nicht bloß das Scheitern, dem der Leser hier beiwohnt, sondern die argumentativ, nie persönlich geführte Debatte um philosophische und religiöse Wahrheiten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2010

Zwei politisch orientierte Philosophen bei der Arbeit kann Stephan Sattler hier erleben. Den Briefwechsel zwischen Leo Strauss und Eric Voegelin empfiehlt er schon wegen der Unmittelbarkeit, in der die beiden Denker im Schlagabtausch (zum Beispiel über das Thema der "Offenbarung") erscheinen, ganz anders als in den Perspektiven ihrer Anhänger, freut sich Sattler. Vergnügen aber macht dem Rezensenten auch die Sorgfalt der Edition der 56 Briefe. Das Nachwort des Herausgebers und Voegelin-Kenners Peter J. Opitz erscheint ihm ergiebig in puncto Biografie der Briefeschreiber, ihrer akademischen Sozialisation, Ambitionen und (Miss-)Erfolge und ihrer Emigrantengeschichte. Zusammen mit den "luziden" Anmerkungen wird der Band für Sattler zu einer der großen Korrespondenz-Publikationen jüngerer Zeit.

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