Martin Heidegger

Vorträge

Teil 2: 1935 bis 1967
Cover: Vorträge
Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt am Main 2020
ISBN 9783465016984
Kartoniert, 850 Seiten, 79,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Günther Neumann. Der zweite Teilband von Martin Heideggers "Vorträgen" umfasst von seinen in den Jahren 1935 bis 1967 gehaltenen Vorträgen (einschließlich der früheren Ausarbeitungen) zehn bisher überhaupt unveröffentlichte Texte sowie vier Texte, die bislang nur außerhalb der Gesamtausgabe erschienen sind. Alle Vorträge dieses Bandes stehen nun ausdrücklich oder unausdrücklich im Horizont des erstmals in den "Beiträgen zur Philosophie (Vom Ereignis)" (1936-1938) grundlegend entworfenen Ereignis-Denkens. Die Frage nach der Kunst, der Dichtung und der Sprache stellt einen thematischen Schwerpunkt des Bandes dar. Als ein weiterer Schwerpunkt ist im Rahmen der Frage nach dem Wesen der neuzeitlichen Naturwissenschaften und der modernen Technik deren Vereinheitlichung zu nennen, die Heidegger in Anlehnung an Norbert Wiener als "Kybernetik" bezeichnet. Auch die moderne Biochemie und Genetik werden in Heideggers Besinnung einbezogen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.12.2020

Eigentlich war es ruhig geworden um Martin Heidegger, bemerkt Rezensent Thomas Meyer, mit der Herausgabe der "Schwarzen Heften" vor sechs Jahren ist das Giftigste verdaut. Umso unverständlicher, ja ärgerlicher erscheint dem Rezensenten nun Günther Neumanns zweibändige Edition von Heideggers Vorträgen: Der erste Band umfasst die Jahre 1915 bis 1932, der zweite die Jahre 1935 1967. Hallo? Ausgerechnet die Jahre 1933 und 1934 fehlen, also auch die berüchtigte Rektoratsrede, in der Heidegger sein Denken mit dem Nationalsozialismus in Einklang zu bringen versucht. Die Erklärungen des Herausgebers kann Meyer nicht nachvollziehen. Auch die Geringschätzung, mit der etwa der Heidegger-Kritiker Dolf Sternberger hier stets nur als D.St. auftaucht, findet der Rezensent unangemessen. Er räumt ein, dass in dem Band viele faszinierende Texte versammelt sind, "Bauen Wohnen Denken" etwa oder "Hegel und die Griechen". Dennoch sieht Meyer angesichts dieser mangelnden Offenheit und "Verehrungsforderung" eine "Verweigerertruppe im Editionsbunker" sitzen, wie er böse schreibt, die sich auf höhere Befehle zu berufen scheint.

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