Emmanuel Faye

Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie

Im Umkreis der unveröffentlichten Seminare zwischen 1933 und 1935
Cover: Heidegger. Die Einführung des Nationalsozialismus in die Philosophie
Matthes und Seitz, Berlin 2009
ISBN 9783882210255
Gebunden, 557 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Tim Trzaskalik. Emmanuel Faye versucht so polemisch wie quellennah die Nähe der deutschen Philosophie der 30er Jahre zum Nationalsozialismus nachzuweisen. Er beeindruckt durch die Materialfülle, mit der er belegt, dass die Grundlagen Martin Heideggers Denken in rassischem, völkischem und antisemitischem Gedankengut zu finden sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2009

Nicht wirklich begeistert zeigt sich Rezensent Uwe Justus Wenzel von Emmanuel Fayes Buch über Martin Heideggers Verhältnis zum Nationalsozialismus, das vor vier Jahren in Frankreich Anlass für eine neuerliche Heidegger-Kontroverse war. Dem deutschsprachigen Leser bietet das Buch, das das französische Publikum mit bis dato nur auf Deutsch zugänglichen Zeugnissen bekannt machte, seines Erachtens wenig Neues. Der dokumentarische Teil des Buchs scheint ihm gleichwohl verdienstvoll. Mit Fayes totaler Verdammung von Heideggers Philosophie ist er allerdings nicht einverstanden. Fayes Forderung, Heideggers Werk aus den Regalen der philosophischen Bibliotheken zu verbannen und in die Abteilung Geschichte des Nationalsozialismus zu stellen, scheint Wenzel ziemlich überzogen. Daraus spricht für ihn ein "eigenartiges, seinerseits besorgniserregendes Reinheitsverlangen".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.04.2009

Kann dieses Buch das Heidegger-Bild verändern? Jürgen Busche glaubt es eher nicht. Was Emmanuel Faye für seinen Band zusammenträgt, ist für Busche, abgesehen von vielen sachlichen Fehlern, Auslassungen und Fehleinschätzungen, philosophisch zu oberflächlich. Zwar freut sich Busche, dass der Autor die Seminarprotokolle aus Heideggers Rektoratszeit in seine Arbeit miteinbezieht. Die Unbedenklichkeit, mit der Faye Heidegger als "typisch nationalsozialistisch" zeichnet, entlockt ihm jedoch mitunter ein Lächeln. Hier wird Busche die Einseitigkeit von Fayes Darstellung bewusst. Hätte der Rezensent nicht gerade in dieser Einseitigkeit eine Chance gesehen, den "extremen Disparatheiten" in Heideggers Leben und Werk einmal nachzuspüren, und hätte ihn die pamphletartige Machart von Fayes Schrift nicht so mitgerissen, Busche hätte das Buch wohl rasch aus der Hand gelegt.

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