Gudrun Schury

Ich wollt, ich wär ein Eskimo

Das Leben des Wilhelm Busch. Biografie
Cover: Ich wollt, ich wär ein Eskimo
Aufbau Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783351026530
Gebunden, 412 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Wer war Wilhelm Busch? Jedes Kind kennt Max und Moritz und die fromme Helene. Doch wer war der heiter-bissige Humorist, der sie erfand? Mit Witz und Verve zeichnet Gudrun Schury ein facettenreiches Porträt, das den meistgelesenen deutschen Dichter erstmals auch als Avantgardisten und künstlerischen Neuerer des 20. Jahrhunderts zeigt. Seine Zeichenkunst nimmt den Comic vorweg und beeinflusste Walt Disney, seine Gedichte und Erzählungen sind das Gegenteil biedermeierlicher Behaglichkeit, in seinem malerischen Spätwerk stößt er zum Expressionismus vor. Aus ungewöhnlicher Perspektive schaut Gudrun Schury dem Künstler in die Karten. Sie fragt nach Buschs Verhältnis zu den Frauen, zu den Kindern, zu den Tieren, zum Tabak- und Alkoholkonsum ("Jetzt raucht er wieder, Gott sei Dank!"). Sie verfolgt den Weg seiner Bilder vom Bleistift über den Holzstich bis aufs bedruckte Papier. Sie betrachtet Prügelszenen und Todesarten seiner Figuren. Und sie befreit den populären Zeichner und Versemacher von Vorurteilen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2008

Freudig begrüßt Andreas Platthaus diese Biografie Wilhelm Buschs, die Gudrun Schury zum hundertsten Todestag des Zeichners und Dichters vorgelegt hat. Keinen Zweifel lässt er daran, dass ihm Schurys Buch besser gefallen hat als die ebenfalls von ihm besprochene Busch-Biografie von Eva Weissweiler, die sich auf den Pessimisten und Misanthropen Busch einschieße. Schury leugne zwar den Pessimismus bei Busch nicht. Dennoch findet er bei ihr einen anderen Künstler: den "lichten Busch", einen liebenswürdigen, großzügigen, charmanten Familienmenschen. Platthaus räumt ein, dass es Schury versteht, heikle Punkte elegant beiseite zu schieben. Dennoch zieht er Schurys Arbeit der von Weissweiler vor. Aus mehreren Gründen: Er hält sie für lebendiger, besser aufgebaut und schöner geschrieben. Zudem scheint ihm Schury im Unterschied zu Weissweiler mit "erkennbarem Spaß" bei der Sache. Schließlich findet er bei ihr zahlreiche "kluge" Interpretationen zu den einzelnen Werken Buschs.
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