Die Autoren des Sammelbandes untersuchen das Werk des deutschen Nachkriegsmarxisten Leo Kofler (1907-1995) und verbinden diese Rechenschaftslegung mit einer kritischen Bilanz des Marxismus im 20. Jahrhundert. Sie behandeln dabei Themen wie: Theorie und Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft, Marxismustheorien, Ästhetik, Anthropologie und Humanismus, Stalinismus und Neue Linke. Es schreiben u.a.: Günter Brakelmann, Rüdiger Dannemann, Wolfgang Fritz Haug, Sebastian Herkommer, Hans Heinz Holz, Arno Klönne, Reinhart Kößler, Michael Krätke, Jakob Moneta, Peter Ruben und Helmut Steiner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.03.2002
Leo Kofler war ein marxistischer Philosoph, der aus der DDR flüchtete, im Westen lange als Volkshochschuldozent arbeitete und mit 65 Honorarprofessor in Bochum wurde. Er verstand sich Zeit seines Lebens als "heimatloser Linker und Querdenker", blieb aber fast rundum unbeachtet. Ein wenig will dem dieser Band nun abhelfen - jedoch scheint in den meisten der hier versammelten Aufsätze der kritische Akzent zu überwiegen. Ulrich Brieler stellt den "unleugbaren Hegelianismus" Koflers heraus, Michael Krätke betont, dass Kofler in starkem Maße "die Komplexität der früh- und spätbürgerlichen Verhältnisse unterschätzt". Auch der Rezensent Christoph Wagner scheint eher skeptisch, wenngleich er die von Leo Kofler propagierte Suche nach einer neuen linken Elite für "offenbar aktuell" hält.
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