In seinem 1991 zum ersten Mal erschienen Werk weist der Philosophie- und Sozialhistoriker Panajotis Kondylis nach, dass die sozialen und geistigen Wandlungen seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts bis heute eine strukturelle Einheit bilden. Die sich im Laufe von rund 150 Jahren vollziehenden gesellschaftlichen Prozesse resultieren in einem Paradigmenwechsel: Statt der bürgerlich-liberalen Denk- und Lebensform bestimmt die egalitär-massendemokratische Konsumhaltung mit ihren Wohlstandsversprechungen die Welt des 20./21. Jahrhunderts. Die Überwindung der Knappheit der Güter führt zu einer historisch einmaligen Situation, zum Massenkonsum, der das postmoderne System in Gang hält. Die zentrale These lautet: Der ökonomische Erfolg der bürgerlichen Wertvorstellungen von Freiheit und Gleichheit ist zugleich die Ursache ihres Niedergangs. Im Zeitalter der pluralistischen Massendemokratie öffnen sich die Perspektiven auf die globale Gesellschaft, in der jedoch nicht der Handel den Krieg ablöst, sondern in dem die Verteilungskämpfe zunehmen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.12.2007
Rezensent Christian Schlüter zeigt sich beeindruckt von Panajotis Kondylis' Gesellschafts- und Diskursanalyse - besonders vor dem Hintergrund, dass das Buch in kleiner Auflage bereits vor 16 Jahren erschienen ist. Kondylis belegt nach Meinung des Rezensenten durchaus schlüssig, dass das "Bürgerliche und seine Werte unwiderruflich verloren sind", und damit einer Logik gefolgt sind, die in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft von vorne herein angelegt war. Damit belegt der Autor nach Schlüters Meinung recht schlüssig, dass, wer sich heute noch auf bürgerliche Werte beruft, "an der Enthistorisierung seiner selbst arbeitet".
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