Tibor Dery

Tibor Dery, geboren 1894, kam aus dem jüdischen Bürgertum Budapests, ar 1918 Parteigänger der Räterepulik und lebte seit 1919 im Exil in Österreich, Frankreich und Deutschland (in Berlin frühe Kontakte zu Herwarth Waldens "Sturm"). 1934 kehrte er ins Horthy-Ungarn zurück, in die "kommode Diktatur" der Vorkriegsjahre; in dieser Zeit, in der er mehrmals inhaftiert war (u.a. 1938 ausgerechnet wegen der Übersetzung von Andre Gides "Retour de l'URSS"), entstand sein großes Werk "Der unvollendete Satz", das er erst 1947 veröffentlichen konnte.
1953 wurde Dery im Zuge der stalinistischen Säuberung der ungarischen Literatur aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen; 1956 war er, neben Julius Hay und Georg Lukacs, einer der Wortführer des Aufstands und wurde deshalb 1957 zu neun Jahren Haft verurteilt, jedoch 1960 freigelassen. Mit seiner literarischen Autobiografie "Kein Urteil" (1969) und seiner kleineren Prosa wurde Dery seit den späten 60er Jahren zum satirisch-melancholischen Chronisten und Kritiker der Zeit - auch in Ungarn gedruckt und anerkannt als "größter Menschendarsteller seiner Zeit" (Lukacs), aber immer auch angewiesen auf Samisdat-Publikum. Tibor Dery starb 1977.

Tibor Dery: Niki oder Die Geschichte eines Hundes. Erzählung

Cover: Tibor Dery. Niki oder Die Geschichte eines Hundes - Erzählung. Das Arsenal Verlag, Berlin, 2001.
Das Arsenal Verlag, Berlin 2001
Aus dem Ungarischen und mit einem Nachwort von Ivan Nagel. Diese bittere Geschichte eines Hundes und seines Besitzers im stalinistischen Nachkriegs-Ungarn wurde in Budapest im "Tauwetter"-Sommer 1956…