Maria Leitner

Maria Leitner wurde 1892 Varazdin, (ehem. Österreich-Ungarn, heute Kroatien) geboren. Sie wuchs in einer gutbürgerlichen, deutschsprachigen jüdischen Familie auf. 1896 siedelte die Familie nach Budapest um. Leitner studierte von 1910 bis 13 in der Schweiz. Ab 1913 arbeitete sie als Journalistin beim Budapester Boulevardblatt "Az Est" (`Der Abend`) und ab 1914 als Auslandskorrespondentin für linke Blätter. 1920 musste sie Ungarn wegen antimilitaristischer Aktivitäten im Galilei-Kreis verlassen und floh über Wien nach Deutschland.
1925 ging Maria Leitner als Reporterin für das Magazin "Uhu" des Ullstein-Verlags in die USA und recherchiert auch in Mittel- und Südamerika. Ihre sozialkritischen Reportagen über Amerika erschienen in linken Zeitungen und Zeitschriften, u.a. im "Vorwärts", in der "Arbeiter-Illustrierten-Zeitung", im "Weg der Frau" und in der "Welt am Abend". 1930 kehrte Leitner nach Deutschland zurück. 1932 erfolgte die Veröffentlichung der Reportagesammlung "Eine Frau reist durch die Welt". Die "Arbeiter-Illustrierte-Zeitung" begann, den Fortsetzungsroman über die Ureinwohner Guayanas gegen eine amerikanische Aluminiumgesellschaft: "Wehr Dich, Akato!" abzudrucken.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde "Hotel Amerika" auf die Liste der verbotenen Schriften geführt. Im Mai floh Maria Leitner nach Prag und arbeitete dort weiter als Journalistin; von dort ging sie nach Wien und 1934 ins Exil nach Paris, wo sie u.a. als Sekretärin und Hausangestellte arbeitete. Ab 1935 reiste sie mit falschen Papieren nach Deutschland, um über die Situation im faschistischen Deutschland zu berichten. 1937 erschien "Elisabeth, ein Hitlermädchen" als Fortsetzungsroman in der "Pariser Tageszeitung".
Maria Leitner lebte in Paris unter äußerst schwierigen finanziellen und gesundheitlichen Bedingungen. Verzweifelt versuchte sie eine Unterstützung durch die American Guild for German Cultural Freedom zu erhalten. Sie wurde im Frauenlager Camp de Gurs, im Süden Frankreichs interniert, aus welchem ihr die Flucht gelang und kam nach Toulouse. Im Frühjahr 1941 wurde sie zuletzt in Marseille gesehen, von Anna Seghers und Alexander Abusch. Vermutlich wurde sie im gleichen Jahr in ein Konzentrationslager deportiert und kam dort um.