Jean de La Bruyere

Jean de La Bruyere (1645 bis 1696) gilt als einer der großen Moralisten der klassischen französischen Literatur. Er war klassisch und juristisch gebildet und übernahm 1684 auf Empfehlung Bossuets eine Hauslehrerstelle in der Familie des großen Conde. Dessen Enkel, den Herzog Louis de Bourbon, unterichtete er in moderner Geschichte, Genealogie, Geografie und cartesianischer Philosophie. 1686 betraute ihn sein Schüler Louis mit der Leitung der Bibliothek des Schlosses von Chantilly. 1693 wurde er in die Academie francaise gewählt. Seine an Theophrast angelehnten "Caracteres" waren ein Bestseller der Epoche. Hunderte von Charakterbeschreibungen ergeben ein Gesellschaftsbild des "grand siecle". Dabei zeigt er ein pessimistisches Menschenbild aus pädagogischer Absicht. In Deutschland schätzten ihn Schopenhauer und Nietzsche. 

Jean de La Bruyere: Die Charaktere.

Cover: Jean de La Bruyere. Die Charaktere. Insel Verlag, Berlin, 2007.
Insel Verlag, Frankfurt am Main 2007
Aus dem Französischen von Otto Flake. Mit einem Nachwort von Ralph-Rainer Wuthenow. Zu den Höhepunkten der europäischen Literatur zählen die Werke der französischen Moralisten, allen voran Montaigne…