Anna Lesznai

Anna Lesznai wurde 1885 in Budapest als Amalia Moscovitz in eine jüdischen Familie geboren. Richtig zuhause fühlte sie sich aber auf dem Familiengut in Körtvelyes (heute Hrusov, Slowakei), in dessen Garten sie ihre eigene Welt fand, und den sie auch in ihren Märchen und dem 1966 erschienenen Roman "Spätherbst in Eden" verewigt hat. Lesznai studierte Malerei, entwickelte einen eigenen Stickstil, veröffentlichte Gedichte in der wichtigsten Literaturzeitschrift der Epoche, "Nyugat", und 1913 ihren selbst illustrierten ersten Märchenband.
In ihrer theoretischen Tätigkeit richtete sich ihr Interesse vor allem auf die Psychologie der Märchen und auf die Beziehungen zwischen Volkskunst und Kunstgewerbe; sie nahm an den Zusammenkünften des um Bela Balazs und György Lukacs entstandenen "Sonntagskreises" teil. Während der Räterepublik arbeitete sie im Volkskommissariat für Unterricht. Die drohende Vergeltung nach der Niederschlagung der Räterepublik zwang sie mit ihrem späteren dritten Ehemann Tibor Gergely 1919 ins Exil nach Wien, wo ihre Bilder in mehreren Ausstellungen gezeigt wurden. 1931 wohnte sie erneut in Budapest, hier malte und lehrte sie, bis sie 1939 wieder fliehen musste, diesmal nach Amerika, wo sie eine eigene Malschule gründete. Sie starb 1966 in New York und fand ihrem Wunsch entsprechend die letzte Ruhe in Budapest.

Anna Lesznai: Wahre Märchen aus dem Garten Eden.

Cover: Anna Lesznai. Wahre Märchen aus dem Garten Eden. Das Arsenal Verlag, Berlin, 2008.
Das Arsenal Verlag, Berlin 2008
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von György Feheri. Aus dem Ungarischen übersetzt von Andras Hecker und Ilka Russy. Am Anfang war der "Garten Eden", Utopie und geheimnisvolle Ursprungswelt,…