Andrzej Szczypiorski

Die deutsche Sprache erlernte er im KZ Sachsenhausen, in das er als Kämpfer des Warschauer Aufstandes verschleppt wurde. Es blieb nicht seine einzige Lagererfahrung, fast 40 Jahre später wurde er von eigenen Landsleuten interniert, als 1981 in Polen der Kriegszustand ausgerufen wurde. Nach dem Krieg glaubte Szczypiorski wie viele, die kommunistische Führung lasse sich reformieren und Polen werde zumindest einen Teil seiner Unabhängigkeit zurückerhalten. Er arbeitete als Rundfunkjournalist und war nach dem Sturz der Stalinisten 1956 zwei Jahre lang Presse- und Kulturattaché in Kopenhagen. Nach seiner Heimkehr wurde er freier Schriftsteller, bald jedoch ein verbotener. Um zu überleben, veröffentlichte er Krimis und Jugendbücher. Sein "echtes" Werk zirkulierte in Hunderten von Fotokopien im Untergrund, durch den Erfolg von "Die schöne Frau Seidenman" dann in Auflagen von Hunderttausenden im Westen. 1991 vertauschte Szczypiorski seinen Schreibtisch mit einem Sitz im ersten frei gewählten polnischen Senat, jedoch nur für zwei Jahre. Szczypiorski starb am 16. Mai 2000 in Warschau.

Andrzej Szczypiorski: Feuerspiele. Roman

Cover: Andrzej Szczypiorski. Feuerspiele - Roman. Diogenes Verlag, Zürich, 2000.
Diogenes Verlag, Zürich 2000
Aus dem Polnischen von Barbara Schaefer. Ein amerikanischer Industrieller, ein Exilrusse und ein polnischer Jude planen eine Kunstausstellung privater Sammler im deutschen Kurort Bad Kranach. Doch treffen…