Alexander Graf Stenbock-Fermor

Alexander Graf Stenbock-Fermor, geboren 30. Januar 1902 auf Schloss Nitau bei Riga, gestorben 8. Mai 1972 in West-Berlin war ein Autor und Widerstandskämpfer in der Zeit des Nationalsozialismus. Er war Mitglied der Weißgardisten und später des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Er schrieb unter dem Pseudonym „Peter Lorenz“. Stenbock-Fermor war zunächst Freiwilliger der Baltischen Landeswehr. Er emigrierte 1920 nach Deutschland. Hier begann er ein Ingenieurstudium und lernte als Werkstudent Bergarbeiter im Ruhrgebiet kennen, wobei er sich vom Antikommunisten zum Kommunisten wandelte. 1929 heiratete er in Neustrelitz Charlotte, geb. Schledt. Ab 1929 arbeitete er als freier Schriftsteller, Filmautor und Verfasser von Hörspielen. Stenbock-Fermor wurde Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Am 15. März 1933 wurde er verhaftet, als im Zuge einer Großrazzia die Künstlerkolonie Berlin durchsucht wurde. Er gehörte der Zeitschrift Aufbruch an, die von 1931 bis 1933 erschien. Er war dort Mitglied der Widerstandsorganisation RAS. Am Ende des Zweiten Weltkrieges lebte er in Mecklenburg und war vom 1. November bis 31. Dezember 1945 der Oberbürgermeister von Neustrelitz. 1947 wurde er Cheflektor des neu gegründeten Verlags Volk und Welt. Als Drehbuchautor arbeitete er später für die DEFA. Er lebte seit den 1950er Jahren in Berlin-Wilmersdorf (Westberlin).

Erhard Schütz/Alexander Graf Stenbock-Fermor: Deutschland von unten. Reise durch die proletarische Provinz

Cover: Erhard Schütz / Alexander Graf Stenbock-Fermor. Deutschland von unten - Reise durch die proletarische Provinz. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2016.
Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016
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