Die Regierung des Rechtspopulisten Javier Milei in Buenos Aires öffnet Archive mit Geheimakten, die neuen Aufschluss über die "
Rattenlinie" geben werden,
berichtet Andreas Knobloch in der
Jüdischen Allgemeinen. Etwa 5.000 Nazi-Kriegsverbrecher, darunter höchste
Funktionäre des Holocaust wie der später von den Isralis gefasste Adolf Eichmann, waren oft mit Hilfe des
Vatikan und des
Roten Kreuzes nach Argentinien geflüchtet. "Argentiniens damaliger Präsident
Juan Domingo Perón gewährte bewusst hochrangigen Nazis Unterschlupf und hielt seine schützende Hand über sie. ... Die freigegebenen Akten enthalten Aufzeichnungen über Bankgeschäfte, Geheimdienstdokumente und vertrauliche Berichte des Verteidigungsministeriums, die zeigen, wie die Nazis sich in Argentinien ansiedeln konnten. Auch finden sich Einzelheiten zu Ermittlungen, die zwischen den fünfziger und achtziger Jahren von der Bundespolizei, den Nachrichtendiensten und der für den Grenzschutz zuständigen Nationalen Gendarmerie durchgeführt wurden, sowie vertrauliche Präsidialdekrete aus den Jahren 1957 bis 2005."
Was heute die
Ukraine ist, ein um seine Freiheit kämpfendes Land im Osten Europas, war zu
Ludwig Börnes Zeiten
Polen. Daran unter anderem erinnert
Dan Diner in seiner Börne-Preis-Rede, die die
FAZ abdruckt: "Mit der zarischen Niederschlagung des
polnischen Aufstandes 1831 langt eine Welle polnischer Flüchtlinge an in Paris - die sogenannte 'große Emigration'. Ludwig Börne, der den polnischen Kampf, wie er schrieb, in 'schmerzhafter Anteilnahme' begleitete, tat in seinen Pariser Briefen poetisch kund, Polen habe sich mit der Niederlage 'wie ein
Saatkorn der Freiheit in die Erde' gelegt - ein Saatkorn, das, so fährt er fort, in Zukunft 'herrlich aufgehen' werde. In Paris befreundete sich Börne mit dem alsbald am Collège de France zu lehren kommenden polnischen Nationaldichter
Adam Mickiewicz." Die Revolution von 1830 hat aber auch einen anderen Kontext, an den Diner in seiner schön mäandernden Rede erinnert: die beginnende
Kolonisierung Algeriens. Auch um Heine und Tocqueville und die Idee der
Gleichheit geht es.
Außerdem:
Henriette Hufgard bespricht in der taz die Ausstellung "Gewalt ausstellen" (unsere Resümees) im Deutschen Historischen Museum.