Stichwort

Literaturkritiker

Rubrik: Essay - 7 Artikel

Der Kitt und die Losigkeit

Essay 24.05.2013 […] Verlagslandschaft, die Zeitungskrise, das Verschwinden von Sendeplätzen in Radio und TV, die Urheberrechtsdebatte, der mediale Wandel von Lesen und Schreiben, die Marginalisierung der traditionellen Literaturkritik und sofort. Der Kitt, der das Familienbild des Literaturbetriebs mal zusammengehalten hat, ist mürbe geworden oder schon ganz aus den Fugen gefallen. Um den realen Herausforderungen (wie können […] erklären. Die üblichen Antagonismen von Euphorie und Verderben lassen solche Zukunftsfragen meist größer aussehen als unbedingt notwendig. Statt gleich von der Zukunft der Literatur oder dem Ende der Literaturkritik und ähnlichen Konflikten zu reden, die in diesen rhetorischen Größenordnungen schnell alttestamentarische Dimensionen bekommen, geht es ja vielleicht auch eine Nummer kleiner. Tatsächlich haben […] Von Guido Graf

Kritik und Werbung? Markt und Meinung!

Essay 20.10.2008 […] er sich auch unabhängig von einer mehr als geschmäcklerischen Literaturkritik ganz gut selbst regulieren kann. Dafür sorgen die Werbe-und Marketingabteilungen der Groß-Verlage, die dafür den größten Teil der (ohnehin lächerlich niedrigen) Autorenhonorare verschlingen. Gut ist, was gekauft wird. Wozu braucht es da noch eine Literaturkritik, die sich nicht allein als kostenfreie Lobbyarbeit der Verlage […] denken kann. Eine Meinung hat fast jeder; und je mehr Leute dieselbe haben, um so gravierender sind die ökonomischen Folgen im Konsumtionssektor. Was hat Literaturkritik per definitionem mit Meinung zu tun? Gar nichts. Nicht die Literaturkritik darf sich Kehlmanns Mega-Erfolg also gutschreiben, sondern bestenfalls der sekundierende Kulturjournalismus mit seinen Veranstaltungsberichten, Autorenporträts […] Problem der Literaturkritik scheint mir demnach nicht so sehr zu sein, dass sie freiwillig und kostenfrei Werbeslogans und -strategien für Verlagsprodukte liefert, dass sie das Handwerk des Lobens bis zur Anbiederung beherrscht und geschmäcklerisches Vokabular an die Stelle fundierter Analysen setzt, sondern etwas anderes: ihr denunziatorischer Grundton. Das Instrumentarium der Literaturkritik wird nur […] Von Beatrix Langner

Niederträchtige Toleranz

Essay 14.10.2008 […] erfreuen, aber eine Literaturkritik, die den Geschmack zu ihrem zentralen Kriterium macht und sich damit jeglicher argumentativen Verantwortung entzieht, steht wohl tiefer in der Krise als jene allzu "schwierige" Literatur, die dem rezensentischen Durchschnittsgeschmack nicht zu entsprechen vermag. 4 Ich werde mich nachfolgend auf den angestammten Wirkungsbereich der Literaturkritik beschränken, also […] Anstrengung ganz "plötzlich" begriffen. Wozu also bräuchte man noch die vermittelnde Beihilfe der Literaturkritik? Und wozu überhaupt Literatur, da solche Kritik letztlich auch ohne real existierende Werke auskäme und damit durchaus dem Ideal des SF-Autors Stanislaw Lem entspräche, der als Aufgabe der Literaturkritik nicht die Besprechung, sondern die Erfindung von "Originaltexten" vorsah ... 5 Die hau […] von Arthur Schopenhauer - um ein historisches Dokument aus dem mittleren 19. Jahrhundert handelt. Denn die "Sündfluth" einer obsoleten Buchproduktion und die Unfähigkeit (auch der Unwille) der Literaturkritik, dieser Produktion "gerecht" zu werden, sind heute wie damals zu beklagen, nicht anders als das Gemauschel zwischen Rezensenten und Verlegern oder die unheilige Allianz zwischen Kritik und Publikum […] Von Felix Philipp Ingold

Sehr geehrter Herr Professor Doktor Hörisch

Essay 07.04.2008 […] "Offenen Brief" an leitende Redakteure, Feuilletonredakteure, Lehrstuhlinhaber, Literaturkritiker, Publizisten, Schriftsteller und andere im Kultur- und Wissensschaftsbetrieb tätige Zeitgenossen. Sie fordern am Ende Ihres Schreibens dazu auf, es weiterzuleiten, und geben es zur Veröffentlichung frei. Der Literaturkritiker und Schriftsteller Burkhard Müller, den dieser Brief als ersten Adressaten meint […] Ausführlichkeit antworten kann, erlaube ich mir, Ihnen mit einem knappen Reflex zu dienen. Auf der zurückliegenden Leipziger Buchmesse durfte ich, als Burkhard Müller den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2008 erhielt, die Laudatio halten. Sie haben das Gleiche im Jahr zuvor für den Kritiker Hubert Winkels getan. Ich hoffe daher, es wundert Sie nicht allzu sehr, dass ich mich zu Wort melde. Burkhard […] Von Georg Klein