Snapshots Blog - von Sascha Josuweit

Unkontrolliertes Wanderverhalten bei Bienen und Büchern

Von Sascha Josuweit
11.08.2014. Aleatorisch Bildmaterial, Netznews und Gossip verarbeitend erkundet unser Autor die Möglichkeiten eines Parallelfeuilletons
Abb.: Wie der Aufkleber in das Labor in der Invalidenstraße gelangte, lässt sich nicht mehr feststellen.Abb.: Wie der Aufkleber in das Labor in der Invalidenstraße gelangte, lässt sich nicht mehr feststellen.
Prof. Dr. Kaspar Bienefeld vom Institut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf bei Berlin war entsetzt. Wie sollte das Faulbrutmonitoring in Mecklenburg, Vorpommern und Neubrandenburg Wirkung zeigen, wenn die Politik nicht mitspielte und bürokratischer Nonsens, wie die Kreisgebietsreform, die Maßnahmen der Honigforscher aushebelten? Solange ein Bienenhalter von Penkun bis nach Greifswald wandern konnte, ohne ein Gesundheitszeugnis abzulegen, war der Bienennachwuchs in der Region der Seuche schutzlos ausgeliefert. Die bei tausendfacher Vergrößerung unter dem Mikroskop erkennbaren Faulbrutsporen waren extrem widerstandsfähig und konnten nur vorbeugend oder unter Anleitung des Amtstierarztes mittels Kunstschwarmverfahren mit zweitägiger Hungerperiode und Kellerhaft bekämpft werden. Erfolg versprechend war die aufwendige Methode auch nur, wenn der Imker äußerst sorgfältig vorging. Ein von der Institutsbibliothek in Hohen Neuendorf ausgemustertes Exemplar von Dr. Robert Schenks im Jahr 1960 in Basel verlegter "Mikrophotographie", das kürzlich am Rande einer Kunstaktion am Albrecht-Daniel-Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften in der Berliner Invalidenstraße auftauchte, könnte dabei möglicherweise hilfreich sein, möglicherweise aber auch nicht, zieht man die von Herrn Schenk im Vorwort beschriebene rasante Entwicklung auf dem Gebiet der mikroskopischen Fotografie in Betracht.