"Der Kanon der bildenden Kunst ist verwestlicht", sagt die Polin Alicja Knast, Direktorin der Nationalgalerie Prag im Gespräch mit Tomasz Kurianowicz (Berliner Zeitung), in dem sie ihr Ziel für die Nationalgalerie formuliert: "Menschen kennen die Namen von Picasso und Van Gogh. Aber sie kennen nicht die Namen von Kubišta und Zrzavý. Diese Werke haben es aufgrund der Sprachen, in denen diese Künstler beschrieben wurden, nicht in den Kanon geschafft. Die Ausweitung des Kanons ist eines unserer wichtigsten Ziele."
Weitere Artikel: Hilke Dirks besucht den montenegrinischen Künstler Dante Buu für die taz in seinem Atelier. Der Vorsitzende der Hilma-af-Klint-Stiftung und Großneffe der Künstlerin, Erik af Klint, forderte in der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter ein Museumsverbot für die Werke der Malerin, meldet Tobias Timm in der Zeit: "In Zukunft sollen af Klints Bilder nach seinem Willen nur noch in einem Tempel für eine ausgewählte Gruppe 'spirituell Suchender' gezeigt werden." Drei große Ausstellungen eröffnet der Künstler Wolfgang Tillmans dieses Jahr, im Haus Cleff in seinem Heimatort Remscheid, im Pariser Centre Pompidou und im Dresdner Albertinum. Im SZ-Porträt von Peter Richter erzählt er, dass er zudem in Charkiw ausstellen wird und weshalb das Schauen auch politisch ist.
Besprochen wird die Ausstellung "Gläsern - forms of uncontrolled control" im Schloss Biesdorf (Tsp).
Saskia Trebing überlegt sich auf monopol, was es bedeutet, wenn in Washington, offensichtlich auf Druck der Trump-Regierung, ein "Black Lives Matter"-Schriftzug von einer Washingtoner Straße entfernt wird. Geht es dabei lediglich um verzichtbare Symbolpolitik, auf die sich die politische Linke zuletzt allzu oft konzentrierte? Keineswegs, findet Trebing: "Für Trump und seine Mitstreiter ist das Symbolische alles andere als nebensächlich. Sie wollen kontrollieren, wie künftig gebaut wird; wollen bestimmen, was im Kennedy-Kulturzentrums aufgeführt wird und was nicht. Das brutale Vorgehen gegen die Rechte von trans Menschen sind genauso Teil eines culture war wie die offensive Inszenierung einer geldgetränkten, weißen Vulgär-Elite."
Außerdem: Jan Kage spricht für monopol mit dem Autor und Kurator Christoph Tannert über Untergrundkunst in der DDR.
Besprochen werden Elisabeth Neudörfls Schau "Ansichten von K." (wie Kaiserslautern) in der Barbara Wien gallery, Berlin (taz), die Protestbewegungen unter anderem gegen die letztes Jahr abgewählte PiS-Regierung gewidmete Ausstellung "The Impermanent" im Museum für Moderne Kunst in Warschau (SZ), Kristian Schullers Fotografieausstellung "Pictures" im Kunstraum Potsdam (Tagesspiegel) und Sonya Schönbergers Installation "Nägel" in der Berliner Kulturkirche St-Matthäus (FR).
Das passt aber gut zusammen, findet Stefan Trinks in der FAZ: In einer Ausstellung im Frankfurter Liebieghaus treffen die Skulpturen der Künstlerin Isa Genzken auf Werke von ägyptischer Zeit bis ins 18. Jahrhundert. Eine vielversprechende Kombination, so Trinks, denn "in einer viele tausend Jahre umspannenden Sammlung wie der Frankfurter fügen sich Genzkens Werke geradezu harmonisch ein, weil Kunst und insbesondere Hoch- und Hofkunst häufig dem Exzess frönte, und das nicht nur im Manierismus." Die Skulpturen ergänzen und verstärken ihre Wirkung gegenseitig: "Eine weiße Gips-Pharaonin steht neben einer kräftig farbig gefassten auf von der Künstlerin entworfenen filigranen Holz-Ziehharmonika-Sockeln; beide tragen eloxierte Sonnenbrillen, die Nofretetes Eleganz trotz Verhängung des Blicks der geblendeten Gottkönigin noch betonen. Oder genauer: noch fokussieren, denn durch die semitransparente Brille der bunten Schönheitsgöttin sieht man deren Augen deutlich, und so kann der Betrachterblick den Pharaonenblick quer durch den Saal verfolgen."
Weiteres: Maritta Adam-Tkalec berichtet in der Berliner Zeitung über den Verbleib eines Glasfrieses des Künstlers Hans Vent aus DDR-Zeiten. Nicola Kuhn greift im Tagesspiegel die Raubkunst-Affäre um die Bayerische Staatsgemäldesammlung auf (unsere Resümees). Besprochen wird die Ausstellung "Polaroids. Helmut Newton Stiftung" im Museum für Fotografie Berlin (FAZ).
Weiteres: In der NZZdenkt Philipp Meier über die Aura des Originals nach. Besprochen werden die Ausstellung "Kykladitisses. Unerzählte Geschichten der Frauen auf den Kykladen" im Museum für Kykladische Kunst in Athen (FAZ), die Ausstellung "Udo Lindenberg - Panik in Tübingen" im Neuen Kunstmuseum Tübingen (FAZ), zwei Ausstellungen zum Achtzigsten von Anselm Kiefer im Amsterdamer Stedelijk und im Van Gogh-Museum (SZ), die Ausstellung "Undermining the Immediacy" im MMK Tower in Frankfurt (FR), die Ausstellung "Mensch Berlin" zum vierzigjährigen Jubiläum der Kunstsammlung der Berliner Volksbank (tsp), die Neupräsentation der Glassammlung im Kunstpalast Düsseldorf (taz) und die Ausstellung "So flows the tide of things" mit Werken von Yaşam Şaşmazer in der Zilberman Galerie in Berlin (taz).
Tagesspiegel-Kritikerin Birgit Rieger rast in der Ausstellung "Many Worlds Over" auf dem Motorrad durch ein zertrümmertes Seoul - zumindest virtuell. Der Hamburger Bahnhof in Berlin hat der koreanischen Videokünstlerin Ayoung Kim ihre erste Einzelausstellung in Deutschland gewidmet, in der ihre Werke auf riesigen LED-Bildschirmen zu sehen sind. Durch "geschickt integrierte Spiegel sind digitale Bewegtbilder, Spiegelbilder und Realität oft nicht auseinanderzuhalten" und so wird Rieger mitten hineingezogen in Kims Werkzyklus 'Delivery Dancer', indem "es um Lieferdienstfahrerinnen get, die in Megacitys wie Seoul Kurierfahrten erledigen, totalüberwacht und gesteuert von einer App, die Bestellungen verwaltet und optimale Routen berechnet. Die strenge KI, die alles managt, nennt sich 'Dancemaster'. Sie ist auf Produktivitätssteigerung programmiert. Die großen Player der sogenannten Gig Economy mit ihren ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnissen, allen voran Uber, standen Pate. Ständig heißt es: schneller fahren, der nächste Auftrag wartet, beeile dich!"
Drei große Ausstellungen eröffnet der Künstler Wolfgang Tillmans dieses Jahr, im Haus Cleff in seinem Heimatort Remscheid, im Centre Pompidou und im Dresdner Albertinum. Im FAZ-Interview erzählt er, dass es außerdem ein besonderes Anliegen für ihn war, eine Ausstellung mit dem ukrainischen Fotografen Boris Mikhailov in Charkiw zu organisieren. Und, warum man im Kriegsgebiet nicht nur Waffen braucht, sondern auch Kunst: "Ich finde es schwierig, da eine Entweder-oder-Position einzunehmen. Was ich von Ukrainern höre, ist, dass es dort einen wahnsinnigen Hunger nach Kultur und Dialog gibt, weil eben keiner hinkommen kann. Man darf sich gar nicht zusammenfinden in öffentlichen Räumen, und diese Ausstellung ist in diesem Fall nur möglich, weil das Yermilov Center unterirdisch ist und aus Beton. Die Ermüdung nach drei Jahren ist enorm, und wenn ich einen Beitrag leisten kann, dass auch die menschliche Dimension dieses Überfalls nicht in Vergessenheit gerät, tue ich das gerne. So hatte ich auch umgekehrt hier in Berlin mit meinem Ausstellungsraum Between Bridges die 'Kyiv Biennale 2024' mitveranstaltet."
"Dass Nachkommen der einstigen Eigentümer von Raubkunst hingehalten und von einem der bedeutendsten Museen des Landes Kunstwerke zurückgehalten werden, ist unerträglich" - Charlotte Knobloch meldet sich in der SZ empört im Raubkunst-Skandal um die Bayerische Staatsgemälde-Sammlung zu Wort (unsere Resümees): "Die Verantwortlichen müssen jetzt schnellstmöglich Klarheit schaffen - und geraubtes Gut endlich zurückgeben. Dass der Bayerische Landtag nun einstimmig entsprechende Maßnahmen beschlossen hat, ist ein erster unerlässlicher Schritt. Die Eigentümer und ihre Erben haben einen Anspruch auf eine zügige Umsetzung. Das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit von Politik und Museen in Sachen Restitution geraubten Gutes ist erschüttert - es darf nicht verspielt werden."
Weiteres: In der FRgratuliert Ingeborg Ruthe Anselm Kiefer zum Achtzigsten, in der FAZ besucht Stefan Trinks die ihm zu diesem Anlass gewidmeten Ausstellungen im Amsterdamer Stedelijk und im Van Gogh-Museum (mehr hier). NZZ-Kritiker Philipp Meier freut sich über die Wiedereröffnung des Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur. Besprochen wird die Ausstellung "Tata Ronkholz: Gestaltete Welt - eine Retrospektive" in der SK Stiftung Kultur in Köln (Welt).
Nicht sehr gönnerhaft greift Patrick Bahners in der FAZ die Berichterstattung der SZ über mangelnde Restitutionen geraubter Kunstwerke der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen auf (unsere Resümees). Die SZ beachte gar nicht, das die Bayern gar kein Personal haben - als sei die Besetzung solcher Abteilungen nicht eine politische Entscheidung: "Für die Bearbeitung von 5.300 Verdachtsfällen sind zweieinhalb Personen zuständig: In der Berichterstattung der Süddeutschen wie in den Reden der Landtagspolitiker fehlt jede Abschätzung des Tempos und des Niveaus der Arbeit, das bei diesem Zahlenverhältnis realistischerweise erwartet werden kann. Mit Zahlen wird gerne die Dringlichkeit des Themas beschworen, aber Rechnungen unterbleiben, weil sie das Skandalisieren erschweren." Und überhaupt beruhe die Berichterstattung der SZ auf einer "falschen Behauptung": "'Alarmstufe Rot' - im Artikel mit dieser Überschrift steht, die rote Markierung in einer Liste, die der Zeitung zugespielt wurde, stehe für das Wissen und die Überzeugung der Zuständigen, dass 'eindeutig Raubkunst' vorliege und "sofortige Rückgabe erforderlich" sei. In Wahrheit bedeutet die höchste Stufe auf der Ampelskala... den dringlichsten Aufklärungsbedarf." Gestern hatte Jörg Häntzschel in der SZ gerade die mangelnde Priorisierung des Themas als Hinhaltetaktik thematisiert (unser Resümee).
Anselm Kiefer: Steigend, steigend, sinke nieder, 2024. Foto: Michael Floor.
Zum achtzigsten Geburtstag bekommt Anselm Kiefer eine Ausstellung, die in zwei Museen gleichzeitig gezeigt wird: Sowohl das Stedelijk als auch das Van Gogh-Museum in Amsterdam zeigen "Sag mir, wo die Blumen sind." Kiefer erkenntTagesspiegel-Kritikerin Alexandra Wach darin einmal mehr als "notorischen Ruhestörer, der mit seiner auf stoffliche Opulenz setzenden Erinnerungsarbeit stets darauf bestanden hat, dass nicht nur die Deutschen rechtsextreme Bewegungen im Auge behalten sollten, angefangen mit den provokanten Selbstporträts mit Hitlergruß bis hin zu späteren Installationen, die an megalomanische Führerbunker denken lassen. (…) Die neue Installation 'Steigend, steigend, sinke nieder' wirkt da in ihrer Reduktion auf Schwarz-Weiß fast wie ein Fremdkörper, wenn auch einer, der direkt einem Bombenhagel entstammen könnte. Myriaden von verstaubten Fotografien und Filmspulen baumeln an Bleibändern von der Decke, motivisch dominieren Landschaften und Architektur."
Weitere Artikel: Die erste Auktion mit KI-Kunst lässt das Auktionshaus Christies und den Standardunterwältigt zurück.
Shu Lea Cheang. KI$$ KI$$. Home Delivery. Installationsansicht. Haus der Kunst München, 2025 Foto: Milena Wojhan In den Installationen und Performances der taiwanesisch-amerikanischen Künstlerin Shu Lea Cheang geht es um Rassismus, Datenmüll, Überwachung, Biotechnologien, KI und Robotik, erklärt Gabi Czöppan (Tagesspiegel), die sich im Münchner Haus der Kunst in der Schau "Kiss Kiss Kill Kill" gern auf einen Science-Fiction-Parcours einlässt: "In den drei Räumen hört man Maschinen fahren und Schafe blöken, Essensgeruch liegt in der Luft, Computertasten krachen aus Röhren auf den Boden, und Pilze senden über Drähte stumme Botschaften, die sich in Musik verwandeln und für gute Stimmung sorgen. Am Anfang transportieren Miniroboter leere Pappschachteln von einer Wand zur anderen - doch das 'Home Delivery', so der Titel des Raums, endet mit einem Berg aus Papiermüll, der immerhin recycelbar ist. Gegen die unsinnige Leerfracht rebellieren die Maschinen, indem sie auf ihrer Fahrt den künstlichen Geruch von hausgemachten Lunchpaketen verdampfen. Mittendrin steht ein runder Tisch mit den Schädeln von Schafen."
In der SZ liefert Jörg Häntzschel nach im Raubkunst-Skandal der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Entgegen der öffentlichen Beteuerungen nenne ein bereits auf den Mai 2022 datierter und von den beiden damaligen Stellvertretern von Generaldirektor Bernhard Maaz an diesen adressierter Brief 6000 zu überprüfende Werke, von denen rund 1000 rot oder orange eingestuft wurden: "An dieser Stelle, so die Autoren, beginnen die Probleme. Es sei für die weitere Untersuchung dieser 1000 Fälle 'keine Priorisierung und Zeitschiene vorhanden'. Weder die Leitung der Staatsgemäldesammlungen noch die Leitung der Provenienzabteilung hätte Kriterien formuliert, welche Bilder als erste zu untersuchen seien und welche warten könnten. Angesichts der riesigen Menge und des großen Zeitaufwands, der mit der 'Tiefenrecherche' verbunden ist, ist diese Frage essenziell: Wann wird die Herkunft eines Bildes ermittelt, wann werden die Erben kontaktiert, wann wird die Restitution eingeleitet?"
In einem Welt-Essay stellt sich Hans-Joachim Müller die Frage, warum andere deutsche Städte schaffen, was Berlin nicht gelingt: Zündende Ausstellungsideen. "Es liegt etwas seltsam Defensives über der Berliner Museumspolitik. Als sollte alles tunlichst vermieden werden, was nach Auftrumpfen, nach zu viel Glanz aussehen könnte." Seine Diagnose: "Vielleicht ist das museale Pflichtenheft schlicht zu üppig ausgefallen. Vielleicht kranken die Berliner Museen an ihrer historisch aufgelaufenen Überforderung."
Weiteres: Marion Ackermann wechselt an die Spitze der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, als neuer Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden folgt ihr Bernd Ebert, der nicht überzeugt ist, dass Museen "Orte der Demokratie und niedrigschwelliger sein müssen", wie er im SZ-Gespräch mit Peter Richter sagt. Besprochen wird die Schau "Isa Genzken meets Liebighaus" im Frankfurter Liebighaus(FR).
Ingo Arend stellt in der tazAhmet Güneştekin vor, einen türkischen Künstler, dem das Istanbuler Museum Feshane derzeit eine Werkschau widmet und der in seinen Arbeiten politische Kritik mit massentauglicher Ästhetik verbindet. Das bringt durchaus auch Schwierigkeiten mit sich: "Güneştekins Werk verkörpert paradigmatisch das Dilemma politischer Pop-Art: Kritische Ideen, gefällige Umsetzung - es ist so bunt, dass es die Kritik gleichsam in eine Ware verwandelt. Als Güneştekin 2021 im kurdischen Diyarbakır in seiner Ausstellung 'Erinnerungsraum' 34 farbige Särge in einem Festungsturm der Stadtmauer platzierte, um an die Zivilist:innen zu erinnern, die bei einem Feldzug der türkischen Armee gegen die Kurd:innen zehn Jahre zuvor getötet worden waren, wetterte der türkische Innenminister gegen ihn, die Hinterbliebenen der Opfer dagegen sahen deren Andenken verhöhnt."
Mehrere Medien (Tagesspiegel, FAZ, Berliner Zeitung, monopol) kommentieren die Ernennung Bernd Eberts zum neuen Chef der Dresdner Museen. In Belgien ist ein gestohlenes Breughel-Gemälde aufgetaucht, berichtet unter anderem der Standard. Auf monopolmeint Charlie Stein: gerade angesichts des Rechtsrucks in unserer Gegenwart braucht es Geld für Kunst. Patrick Guyton fasst in der FR noch einmal den Skandal um die verschleppte Raubkunst-Rückgaben bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen zusammen (siehe unter anderem hier). In der taz wiederum beschäftigt sich Klaus Hillenbrand mit einem anderen Raubkunstfall: dem Welfenschatz.
Besprochen werden die Schau "Kosmos Blauer Reiter" im Berliner Kupferstichkabinett (FAZ, FR) und Monika Maurer-Morgensterns Soloschau "Szenen auf Papier" im Berliner Achim Freyer Kunsthaus (taz).
Weitere Artikel: In der FRschreibt Ingeborg Ruthe den Nachruf auf den im Alter von 93 Jahren verstorbenen Berliner Maler Konrad Knebel. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) hat zwei Werke von Max Slevogt an die Erben von Bruno Cassirer restituiert, meldet die FR mit EPD. Derweil meldet Marcus Woeller in der Welt, dass die Erben von Fritz Grünbaum das an sie restituierte Schiele-Bildnis "Knabe im Matrosenanzug" für einen guten Zweck in die Auktion gegeben haben. Der Kunsthistoriker Bernd Ebert wird neuer Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und folgt damit auf Marion Ackermann, meldet der Tagesspiegel. Besprochen wird die Ausstellung "Neuköllner Kunstpreis 2025" in der Berliner Galerie im Saalbau (taz).
Eine feine Werkschau mit vier Videos und dreißig Fotoarbeiten aus den Jahren 1997 bis 2024 widmet das Arp Museum in Remagen dem deutschen Fotografen Axel Hütte unter dem Titel "Stille Welten", die für die FAZ-Kritikerin Alexandra Wach zum "Testgelände der eigenen Wahrnehmung" wird: "Man kann von einer Ästhetik des Dunstigen, der gerade noch greifbaren Landschaft sprechen - wie überhaupt Komposition, Geduld, Zufallsvermeidung Themen sind, die sich nicht als roter Faden durch Hüttes Werk ziehen, sondern eher als gedankliche Nebelschwade. In den Tropen ist der opake Schleier durch die hohe Luftfeuchtigkeit gar so dominant, dass man sich als Betrachter im Reich gespensterhafter Erscheinungen wähnt. ... Ohnehin suggeriert das Großformat, dass man Teil des Geschehens ist und seinen ursprünglichen Standort verlassen hat, um auf seine eigenen mühsamen Versuche des Sehens und Einordnens zurückgeworfen zu werden."
Weitere Artikel: Im Tagesspiegel ist Nikolaus Bernau fassungslos, dass nicht mehr über den "Skandal" diskutiert wurde, den die Schließung des Pergamon-Museums für 15 Jahre bedeutet. Ebenfalls im Tagesspiegel gratuliert Christiane Meixner dem Performance-Künstler Dieter Appelt zum 90. Geburtstag und zum Gerhard-Altenbourg-Preis.
Besprochen werden die Installation "We Felt a Star Dying" der französischen Künstlerin Laure Prouvost im Kraftwerk Mitte (Welt), die Ausstellung "Mis(s)treated. Mehr als Deine Muse!" in der Kunsthalle Bremen, die auf marginalisierte Kunst von Frauen blickt (taz) und die Ausstellung "Apocalypse. Hier et demain" in der Bibliothèque nationale de France in Paris (NZZ).
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