Man kann doch nicht ernsthaft eine Sandale namens "
Oaxaca Slip On" auf den Markt bringen, sich dabei an den Mustern indigener Kulturen Mexikos bedienen und dann aus allen Wolken fallen, wenn aus diesen Kulturen erheblicher Missmut darüber aufkommt,
schreibt der Mexiko-Korrespondent der
taz, Wolf-Dieter Vogel. So geschehen gerade bei
Adidas. Der Textilkonzern und der zuständige Designer
Willy Chavarría haben sich zwar entschuldigt und unterstrichen, es handle sich dabei um eine Würdigung indigener Kulturen - aber so ein Nachreichen wirkt nach einem Shitstorm fahl. "Hört sich so an, als ob den Schuhproduzenten einfach mal durchgerutscht wäre, dass sie
das Plagiat einer Sandale hergestellt haben, die bislang in der abgelegenen Sierra Norte, 100 Kilometer von Oaxacas Landeshauptstadt entfernt, produziert wird. So als ob so was noch nie vorgekommen wäre. Dabei gab es in den letzten Jahren in Mexiko zahlreiche Skandale um
Raubkopien indigener Muster, und einige davon spielten ausgerechnet in der Region. So hat die französische Designerin
Isabel Marant Blusen aus der Gemeinde Tlahuitoltepec kopiert, und das spanische Modeunternehmen
Zara klaute Motive des Dorfes San Juan Colorado."