Walter Kempowski

Wenn das man gut geht!

Aufzeichnungen 1956-1970
Cover: Wenn das man gut geht!
Albrecht Knaus Verlag, München 2012
ISBN 9783813503678
Gebunden, 624 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Kurz vor seinem Tod hat Walter Kempowski seinen langjährigen Mitarbeiter Dirk Hempel mit der Herausgabe des sogenannten "Sockeltagebuchs" betraut. Darin wird nicht nur die geistige Verfassung der jungen Bundesrepublik dokumentiert, sondern auch sein Werdegang zum Schriftsteller. Das Werk mit bisher unveröffentlichtem Material komplementiert seine bereits veröffentlichten vier Tagebücher.
Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Bautzen im März 1956 beginnt für Walter Kempowski im Westen ein zäher Kampf um eine bürgerliche Existenz. Abitur und Pädagogikstudium, Dorfschullehrer, die Gründung einer Familie - das sind die Stationen. Präzise verzeichnet er in dem vorliegenden Tagebuch seine alltäglichen Lebensumstände und die damit verbundenen Geldsorgen, gibt Aufschluss über das politische Klima, über die Atmosphäre und geistige Situation der Adenauer-Zeit. Vor allem aber liefert das Buch ein Porträt des Autors als junger Mann. Unter dem Eindruck seiner Kafka-Lektüre beginnt er zu schreiben, treibt Familienforschung (woraus sehr viel später seine "Chronik" entsteht) und schafft es nach mehreren Anläufen, seinen Haftbericht "Im Block" zu veröffentlichen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2013

Allzu viel Neues hat Rezensent Willi Winkler in Walter Kempowskis nun unter dem Titel "Wenn das man gut geht!" erschienenen Tagebüchern aus den Jahren 1956 - 1970 nicht erfahren. Während der Herausgeber Dirk Hempel das Wesentliche dieser Tagebücher bereits für seine kurze "bürgerliche Biografie" Kempowskis ausgewertet hatte, liest der Kritiker in diesen Aufzeichnungen neben Termineinträgen, Verzeichnungen von regelmäßigen und ungewöhnlichen Ereignissen und Haushaltsfragen insbesondere Notizen von ebenso "hohen wie niederen" Gedanken, die die ersten Schreibversuche des Autors dokumentieren. Während der Rezensent zwar das Fehlen der Deutung von einschneidenden Erlebnissen wie etwa der schweren Krankheit von Kempowskis Frau beklagt und in den Aufzeichnungen nur wenige literarische Glanzleistungen entdecken kann, schätzt er das Werk doch als "Epos einer Schriftstellerwerdung", in dem der Autor immer wieder seine Erfolge und Misserfolge dokumentiert. Und so möchte der Kritiker dieses Werk besonders jungen Autoren ans Herz legen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Leserfreundlich literarisiert selbststilisiert ist es - und? Wer so schön (doch nicht nur) wie Walter Kempowski über seine Haft zu schreiben vermag (Klosterzeit), darf das, meint Rezensent Jan Wiele und erwartet hier gar nicht erst eine historisch-kritische Edition aus den Händen des Kempowski-Biografen Dirk Hempel. Kempowskis Themen (Schuldkomplex, schikanöser Westen etc.), sein lakonischer, sachlicher Stil, dann auch die Grillen - alles schon da zwischen 1956 und 1970, merkt Wiele. Darüber hinaus entdeckt er wirklich belustigende Abkürzungen in Sachen Sex, klar ausgesprochene Ab- und Zuneigungen und Erstaunliches zum anfangs höchst beschwerlichen literarischen Werdegang des Autors.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Leserfreundlich literarisiert selbststilisiert ist es - und? Wer so schön (doch nicht nur) wie Walter Kempowski über seine Haft zu schreiben vermag (Klosterzeit), darf das, meint Jan Wiele und erwartet hier gar nicht erst eine historisch-kritische Edition aus den Händen des Kempowski-Biografen Dirk Hempel. Kempowskis Themen (Schuldkomplex, schikanöser Westen etc.), sein lakonischer, sachlicher Stil, dann auch die Grillen - alles schon da zwischen 1956 und 1970, merkt Wiele. Darüber hinaus entdeckt er wirklich belustigende Abkürzungen in Sachen Sex, klar ausgesprochene Ab- und Zuneigungen und Erstaunliches zum anfangs höchst beschwerlichen literarischen Werdegang des Autors.