"Die von den Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg angestrebte Neuordnung Europas zielte auf einen deutsch dominierten europäischen Großraum ab. In den faschistischen Bewegungen der besetzten Länder kursierten jedoch auch alternative Pläne. Im Zwiespalt zwischen ideologischer Solidarität mit dem Nationalsozialismus und Ablehnung seiner Annexionsansprüche entstanden politische Gegenentwürfe, die auf die Schaffung einer europäischen Föderation souveräner faschistischer Staaten hinausliefen. Diese Studie beleuchtet erstmals diese Europapläne und ihr Verhältnis zur NS-Außenpolitik anhand eines Vergleichs der faschistischen Bewegungen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2012
Instruktiv findet Rezensent Wilfried Loth, Professor am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, diesen Einblick in die Europa-Diskurse faschistischer Parteien in den von den Nazis besetzten Ländern Westeuropas. Europa erscheint darin als Ausweg aus dem Dilemma, das sich aus aggressiv nationalistischen Ideologien einerseits und der Unterordnung unter das Deutsche Reich andererseits ergab. Vereinbar, so scheint es, waren die Europa-Diskurse zwischen diesen Parteien kaum - die französischen Faschisten wären wohl kaum mit der Annexion ihrer nördlichen Départements einverstanden gewesen, wie sie ihre niederländische und flämische Kollegen verfolgten. Aber Europa, so zeigt es das Buch laut Loth, wurde doch auch zu einer Projektionsfläche - etwa für eine gemeinsame Sozialpolitik und zuweilen sogar für den Traum von einer sozialistischen Wirtschaftsordnung. Gemeinsam war allen Parteien jedenfalls die Ablehnung des "Finanzkapitalismus" angelsächsischer Prägung.
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