Menno ter Braak

Nationalsozialismus als Rankünelehre

Cover: Nationalsozialismus als Rankünelehre
Edition Memoria, Köln 2025
ISBN 9783930353460
Broschiert, 84 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Albert Vigoleis Thelen. Menno ter Braak, Cousin des Historikers Johan Huizinga, war einer der scharfsinnigsten, einflussreichsten niederländischen Intellektuellen seiner Zeit, der frühzeitig vor den Nationalsozialisten warnte. Kurz nach dem Einmarsch der Deutschen nahm er sich das Leben. Thomas Mann verfasste einen ergreifenden Nachruf. Hier nun erscheint - nach Ausgaben u.a. auf Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Bulgarisch, Griechisch, Arabisch - erstmals auf Deutsch Menno ter Braaks scharfe Abrechnung mit dem ihm so verhassten Nationalsozialismus von 1937, übersetzt von dem mit ihm befreundeten Exil-Autor Albert Vigoleis Thelen (1903-1989). Ein einführender Text stammt von dem niederländischen Publizisten und Denker Bas Heijne, übersetzt von von Ulrich Faure, und ein Text zu Albert Vigoleis Thelen von Jürgen Pütz.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.09.2025

Rezensentin Waltraud Schwab empfiehlt Menno ter Braaks Buch als "Nachhilfe" zum Thema Umgang mit rechtem Gedankengut - oder zumindest als erste Basis im Nachdenken darüber. Denn ein "Patentrezept" kann der niederländische Philosoph auch nicht liefern, aber zu verstehen gelte es zunächst, so ter Braak, das allem zugrundeliegende Schema: die Ranküne bzw. Hass, Missgunst oder Ressentiment, wie Schwab übersetzt. Herleiten lässt sich der Hass, das sei die erste Erkenntnis, aus der demokratischen Gesellschaft selbst, weil man in ihr Ungleichheiten aushalten müsse, "obwohl die Idee eine andere" sei, erklärt die Kritikerin. Auch sei Missgunst Teil unserer Kultur, liest Schwab, und schließlich hafte ihr eine "Lust" an, die sie so schwer auszuschalten mache. Der Rechtspopulismus hingegen wisse sich in "romantisch-bengalischem Licht" in Szene zu setzen, wie Schwab den Autor zitiert. Durch die Bezugnahme auf den speziell niederländischen Nationalsozialismus keine einfache, aber eine lohnende Lektüre, vermittelt Schwab.