In Kooperation mit dem Verlag de Gruyter. Bearbeitet von K. Happe, B. Lambauer und C. Maier-Wolthausen. Band 12 ist der Situation der Juden in Nord- und Westeuropa vom Sommer 1942 bis zur Befreiung durch die Alliierten gewidmet. In dieser Zeit deportierten die Deutschen die meisten Juden aus Norwegen, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich in die Vernichtungslager im Osten. Nur aus Dänemark gelang vielen die Flucht. Der Band dokumentiert die Verfolgung, die Schwierigkeiten zu überleben und die Haltung der nichtjüdischen Bevölkerung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2015
Michael Wildt ahnt das große Publikumsinteresse an Dokumenten wie denen, die dieser von Benjamin Blüdnikow besorgte 12. Band der auf 16 Bände angelegten Dokumentation "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" präsentiert. Der Band behandelt West- und Nordeuropa 1942 bis 1945 und scheint dem Rezensenten von besonderem Interesse schon aufgrund der unterschiedlichen Länder und Verfolgungsgeschichten, die er vorstellt. So liest Wildt über Dänemark, Norwegen, Schweden, die Niederlande und Frankreich. Besonders beeindruckt ist er von der Mischung aus Fakten und konkreten Schicksalsgeschichten, die anhand von Tagebüchern und anderen großteils erstmals auf Deutsch zu lesenden Dokumenten rekonstruiert werden. Für Wildt ist der "vorzüglich" edierte Band Teil eines unschätzbaren öffentlichen Archivs zum Holocaust.
Die von K. Happe, B. Lambauer und C. Maier-Wolthausen bearbeitete Quellenedition mit Tagebuchaufzeichnungen, Zetteln, Widerstandszeugnissen und Briefen hält Stefan Reinecke für äußerst bedeutsam. Die Dokumente zeigen ihm chronologisch, aus Sicht von Opfern, Tätern und Zeugen, was in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Skandinavien 1942 bis 1945 vorging. Die Einleitung mit ihrer Reduzierung aufs Wesentliche scheint ihm den passenden Rahmen dafür abzugeben. So kommen die 336 Schriftstücke zur Geltung, schreibt Reinecke, und vermitteln Schrecken, Tod und Qual, nicht ohne zu verdeutlichen, dass die insgesamt 800 Seiten die Lücke bezeichnen dessen, was nicht dokumentiert ist, meint er.
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