Herausgegeben von Burkhard Dietz, Helmut Gabel und Ulrich Tiedau. Als sogenannte germanische Randstaaten gerieten die Niederlande, Belgien und Luxemburg nach dem Ersten Weltkrieg verstärkt ins Visier völkisch-nationaler Wissenschaften. Dieser Band bietet erstmals eine umfassende, auf den Benelux-Raum konzentrierte Übersicht dieser nicht nur auf deutscher Seite zu beobachtenden Forschungsbemühungen, die als regionale Variante der Westforschung nach 1945 keineswegs abbrachen. Die Beiträge des zweibändigen Werks setzen an einem wesentlichen Punkt die nach wie vor aktuelle Diskussion über die Rolle der Wissenschaften im Nationalsozialismus sowie das Problem personeller und inhaltlich-methodischer Kontinuität fort - eine Debatte, die seit dem Frankfurter Historikertag von 1998 mit besonderer öffentlicher Intensität geführt wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2003
Stephan Rebenich ist begeistert. Das vorliegende Buch bezeichnet er als "wichtigen Beitrag zur notwendigen Diskussion um die Geburt persistenter Deutungsmuster der bundesrepublikanischen Kulturwissenschaften aus dem Geist der völkischen Geschichtsbetrachtung". Der Umfang der Quellen sei überzeugend, so der Rezensent, und stelle damit die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der "Westforschung" auf eine neue Grundlage. Dargestellt wird die Geschichte der Westforschung von ihren Anfängen nach dem ersten Weltkrieg über den Nationalsozialismus bis in die sechziger Jahre. Auch die Rehabilitierung vieler zweifelhafter Wissenschaftler nach dem Zweiten Weltkrieg Selbst nach 1945 hielten sie an der Interdependenz von "Volkstum" und "Kulturraum" fest. "Es ist zu hoffen", schließt Rebenich seine Rezension, "dass die von den Herausgebern geplante Folgepublikation zu Frankreich, der Schweiz, Lothringen und der Saar bald erscheinen wird".
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