Die von Jacques Delors für die Europäische Union ausgegebene Parole "Europa eine Seele geben" ist heute aktueller denn je. Zwar wurden mittlerweile die EU-Osterweiterung und der Ausbau des europäischen Wirtschafts- und Rechtsraums erreicht, aber dabei ist die Entwicklung der EU zu einer politischen Wertegemeinschaft auf der Strecke geblieben. Ob Währungskrise, Flüchtlingskrise, ökologische Krisen, Brexit, COVID-19-Pandemie, das Aufkeimen europafeindlicher populistischer Bewegungen in verschiedenen europäischen Ländern und zuletzt der russische Überfall auf die Ukraine: Der innere Zusammenhalt der EU ist gefährdet, solange ihr ein tragfähiges geistiges Fundament und eine klar konturierte europäische Identität fehlen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2024
Rezensent Thomas Jansen entgeht nicht, dass Christoph Quarch sein Buch bis zum Rand mit Pathos angefüllt hat. Über Quarchs Vorschläge, wie sich der Geist Europas erwecken ließe (eine platonische Akademie gründen, Delphi zur Kulturhauptstadt Europas machen und so weiter) muss Jansen schmunzeln. Allerdings bringen ihn Quarchs "Träumereien" auch zum Nachdenken über unser antikes Erbe. Visionen haben noch keinem geschadet, denkt er.
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