Peter Frankopan

Die neuen Seidenstraßen

Gegenwart und Zukunft unserer Welt
Cover: Die neuen Seidenstraßen
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783737100014
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Henning Thies. Die Seidenstraßen, die den fernen Osten mit Europa verbanden, waren vor dem Aufstieg des Westens jahrhundertelang die Lebensadern der Welt - und genau das werden sie, wie Peter Frankopan zeigt, auch in Zukunft wieder sein. Die asiatischen Staaten investieren derzeit Milliarden, um die neuen Seidenstraßen zu errichten, und an diesen liegen die Orte, wo künftig die Weichen der globalen Entwicklung gestellt werden: Peking, Delhi, Islamabad, Riad, Moskau. Asien rückt zusammen und drängt immer entschiedener nach Westen. Doch was bedeutet das für uns? Peter Frankopan führt uns vor Augen, was wir gerade erleben: die Entstehung einer neuen Welt und den Beginn einer neuen Epoche.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.03.2019

Bisher sind Politikwissenschaftler, so Rezensent Herfried Münkler, davon ausgegangen, dass die Kontrolle der Seewege zur Kontrolle der Handelswege und damit der Welt führe. So sei es mit Großbritannien und dann mit den USA gewesen. Zwar sei schon zuvor diese These in Frage gestellt worden, der englische Historiker Frankopan aber füge dem nun eine neue Dimension hinzu: Chinas Seidenstraßen seien nämlich nicht nur, wie man in Anlehnung an die historische Seidenstraße denken könnte, Landwege. Sondern sie sind eine Vielzahl von Straßen zu Lande und zu Wasser, sie sind ein ganzes Netz. Den Aufbau der Infrastruktur für dieses Netzwerk habe China hat sich seit einigen Jahrzehnten zur Aufgabe gemacht - in Zentralasien, auf dem afrikanischen Kontinent und in Südosteuropa. So hat es sich Reputation erarbeitet und Kontrolle gewonnen. Wird dies aber zur Erreichung der geopolitischen Dominanz ausreichen? Wird die Doktrin von der Kontrolle der Seewege in Zukunft von China beiseite geschoben werden? Frankopan stellt mehr Fragen als er beantwortet, und das gefällt Herfried Münkler. Er sieht den Nutzen dieser Überlegungen darin, die wichtigen Entwicklungstendenzen einer "Übergangsphase" aufzuzeigen. Wenn sowohl in den USA als auch in China "rationale Politik" gemacht würde, dann sei sogar Koexistenz zwischen beiden möglich.
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