Der zentralasiatische Raum liegt im Schnittpunkt strategischer Interessen von Russland, China und USA. Die Zentralasiaten selbst sind von "Figuren" zu "Spielern" geworden. An die Stelle des "Great Game" des 19. Jh. traten Auseinandersetzungen wie der Wettstreit um den Zugang zu Energie (Öl & Gas), der Kampf ums Wasser (Trinkwasser, Bewässerungsfeldbau, Hydroenergie) aber auch die "Geopolitik" des Organisierten Verbrechens (Drogen). Versinkt die Region "Zentralasien und Afghanistan" (AFZA) in Korruption, verrottenden Infrastrukturen, Gewalt und defizienter Staatlichkeit oder mobilisiert sie Kräfte in Richtung Reform, Herrschaft des Rechts und regionaler Ordnung ("Governance")?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2012
Klaus Grewlich hat ein Buch über Zentralasien geschrieben, berichtet der Rezensent Janek Schmidt, in dem sich der kürzlich verstorbene Diplomat mit der geopolitischen Rolle der zentralasiatischen Länder, die maßgeblich von deren natürlichen Rohstoffen geprägt ist. Drei Rohstoffe seien von besonderer Bedeutung: Wasser, Öl und Gas. Durch die ungleiche Verteilung des Wassers geraten manche Länder in die Abhängigkeit von ihren Nachbarn stromaufwärts, die mit Staudämmen Energie zu gewinnen suchen. Die Öl- und Gasstaaten wiederum werden von der EU, Russland und China gleichermaßen umworben, die durch Pipelines ihre eigene Versorgung sicherstellen wollen, was zu neuen Auseinandersetzungen führe, erklärt der Rezensent. Schmidt lobt, dass Buch sei noch immer hoch aktuell und bedauert nur, dass Grewlich sich hin und wieder durch "Wortungetüme" als Beamter verrate.
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