Als erster Ausländer folgte er 1987 der Großen Mauer Chinas in ihrer vollen Länge. Dann ließ ihn das endlose Grenzland nicht mehr los, in dem die großen Kulturen der Welt sich seit Jahrtausenden befruchten und bekriegen. Weitere Reisen zwischen 1987 und 2007 waren nur abenteuerlich (über den Karakorum- oder den Pamir-Highway, entlang vergessener Routen der Seidenstraße, durch die Wüste Taklamakan und über das Kaspische Meer), andere führten an schwer zugängliche Orte, etliche waren verwegene Vorstöße in politisch brisantes Territorium (das Afghanistan der Taliban, Kashmir, Turkmenistan, Usbekistan, Xinjiang).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2009
Etwas übermannt zeigt sich Eric Gujer vom Reisebuch des Autors und Fotografen Daniel Schwartz. Der reist darin nicht nur selbst vom Kaukasus bis ins westliche China und fasst seine Beobachtungen und Begegnungen in Reportagetexten zusammen. Zugleich unternimmt er einen Streifzug durch die historische Reiseliteratur und stellt allerhand historische Texte und Figuren aus drei Jahrtausenden vor, so der Rezensent. Im günstigsten Fall werden den Lesern so überraschende oder unbekannte Perspektiven geboten, lobt Gujer. Doch nur allzu oft sieht er sich "uferlosen" und nur locker verknüpften Textweiten gegenüber, die ihn auf die Dauer verwirren und erschöpfen. Für Kenner der durchreisten Gebiete bietet der Band eine Fundgrube an reichhaltigen Informationen, so der Rezensent anerkennend. Wer sich allerdings in den bereisten Ländern nicht auskennt, wird es bei der Detailfülle schwer haben sich zu orientieren, warnt Gujer.
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