Klappentext

Als Albert Camus 1913 in der Nähe von Algier zur Welt kam, deutete nichts darauf hin, dass er eines Tages von Frankreich aus das Lebensgefühl einer ganzen Generation prägen sollte. Seine Romane und Dramen, seine Essays zur Philosophie und zur Politik handeln von den großen Fragen der menschlichen Existenz: Freiheit, Schuld, Verantwortung. "Die Pest" und "Der Fremde", "Der Mythos des Sisyphos" und "Der Mensch in der Revolte" faszinieren daher ebenso heutige Leser. Für Martin Meyer ist Camus einer der wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts überhaupt. Sein Buch erklärt Camus' Werk und stellt es in den Zusammenhang seiner Zeit. Zum 100. Geburtstag gilt es Camus als großen Zeitgenossen zu entdecken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.12.2013

Schön ausgewogen das Lob nach allen Seiten verteilend, bespricht Rezensent Joseph Hanimann die Camus-Biografien von Martin Meyer und Iris Radisch. Während letztere mit ihrer "kunstvoll komponierten" Lebensbeschreibung - nicht nur, aber auch - Erstleser von Camus anziehe, ist Meyers Werkbiografie nach Ansicht des Rezensenten eher das Ergebnis langjähriger Camus-Lektüre und eine Einladung zur Wiederlektüre. Da Meyer auch die weniger bekannten Schriften Camus' in seine Werkausdeutung mit einbezieht, so Hanimann, scheint hier vor allem der Camus-Kenner auf seine Kosten zu kommen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2013

Der hier rezensierende Historiker Dan Diner würdigt Martin Meyers Werkbiografie zu Albert Camus mit einer kenntnisreichen Besprechung. Der Kritiker lobt die "kaleidoskopische Komposition" dieser Monografie, in der Meyer philosophische und literarische Motive mit biografischen Hintergründen verbindet und dabei stets Camus' Grundmotiv der Freiheit beleuchtet. Und so begibt er sich fasziniert in dem chronologisch angeordneten Buch auf eine Spurensuche, die ihn von der Kritik am teleologischen Geschichtsdenken über die menschliche Selbstvergöttlichung schließlich in die Konstellation des Absurden führt, in der Camus die Grundlagen der Freiheit, der Urteilsfähigkeit und der verantwortlichen Entscheidung sieht. Darüber hinaus liest der Kritiker hier auch inwieweit die Herkunft des in Algier geborenen Philosophen sein Denken, aber auch sein Ansehen in der intellektuellen Gemeinde von Paris bestimmte. In jedem Fall hat Diner diese gelehrte und weitsichtige Werkbiografie mit Gewinn gelesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.2013

Mit einer ausführlichen Besprechung würdigt Rezensent Jochen Schimmang drei, pünktlich zu Albert Camus' hundertstem Geburtstag erschienene Biografien, unter denen sich Martin Meyers Buch "Albert Camus. Die Freiheit leben" vor allem als reine Werkbiografie hervortut. Der Kritiker schätzt den Autor für die "Gründlichkeit", die er schon im Buch über Ernst Jünger fand und die nun auch das Werk über Camus auszeichnet. So finden sich hier nicht nur ausführliche und genaue Inhaltsangaben der Werke, sondern das Buch empfiehlt sich dank Meyers akribischer Auseinandersetzung mit den großen Themenkomplexen auch als "Lesekompass", wie der Autor im Vorwort selbst schreibt. Leider muss der Kritiker allerdings auch gestehen, dass ihn die zahlreichen Wiederholungen auf Dauer doch etwas ermüdet haben. Darüber hinaus will sich dem Rezensenten nicht erschließen, was genau Meyer an Camus interessiert hat.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de