Klappentext

Jedes Jahr am 14. Juli soll Georg Wilhelm Friedrich Hegel ein Glas Champagner auf den Beginn der Französischen Revolution getrunken haben. Diese Revolution war das sein Leben und Denken prägende Ereignis. Das Grundmotiv der Freiheit durchzieht den gesamten Denk- und Lebensweg des bedeutendsten Philosophen des 19. Jahrhunderts. Zu Hegels 250. Geburtstag erscheint die erste umfassende deutschsprachige Biographie dieses Meisterdenkers seit 175 Jahren.
 Nach Kindheit und Jugend in Stuttgart und Studium im benachbarten Tübingen ging der junge Philosoph zunächst als Hofmeister nach Bern und nach Frankfurt am Main. Die akademische Laufbahn begann mit einer Privatdozentur in Jena, wo Hegel eng mit dem einstigen Tübinger Kommilitonen Schelling zusammenarbeitete. Erst nach zwei Stationen in Franken ereilte ihn der Ruf nach Heidelberg. 1818 schließlich wurde Hegel Nachfolger auf dem Lehrstuhl von Johann Gottlieb Fichte im königlich-preußischen "Mittelpunkt" Berlin, wo er zum herausragenden Philosophen des Zeitalters aufstieg.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2019

Christoph Menke scheint die Zeit reif für einen neuen Versuch einer Gesamtdarstellung von Hegels Leben und Werk. Klaus Viewegs Ansatz zu einer Darstellung Hegels als "Philosoph der Freiheit" begegnet er mit Neugier und kritischem Vermögen. Wenn Vieweg Hegels politisches Interesse ins Zentrum der Darstellung stellt und material- wie kenntnisreich Hegel als politisch denkenden und handelnden Menschen zeigt, kann Menke Hegel allerdings noch lange nicht als "Philosophen der Freiheit" erkennen. Erst mit der Hinwendung zu Hegels systematischer Philosophie und dem Idealismus der Freiheit vermag Vieweg seinen Ansatz herauszuarbeiten. Für Menke bleibt jedoch die Frage, ob eine Lebenserzählung sich nicht selbst korrumpiert, sobald sie die Philosophie in sich aufnimmt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2019

Thomas Steinfeld hat diese Biografie außerordentlich gefallen und über weite Strecken scheint er auch die Begeisterung des Autors über den Philosophen zu teilen. Hegel werde hier aus gleich zwei fatalen Zuordnungen herausgelöst, zum einen dem Marxschen "Vom-Kopf-auf-die-Füße-Stellen", zum anderen seiner Identifizierung als preußischen Staatsapologeten. Zudem wird Hegels beruflicher Weg von Bern über Frankfurt, Jena, Bamberg, Nürnberg und Heidelberg nach Berlin auch als Weg durch verschiedene "Staats- und Gesellschaftsordnungen" beschrieben, als eine Reifung staatspolitischen Denkens. Überhaupt sei Viewegs Biografie in Vielem eine "Richtigstellung", die Hegel etwa auch aus der angeblichen Langweiler-Ecke erlöst und zu einem höchst spannenden und zudem geselligen Menschen macht, der sich dem Denken der Freiheit widmete. Den letzten "Umschlag ins Weltanschauliche", den der Kritiker dem Autor unterstellt, mag er nicht mitmachen. Dennoch hält Thomas Steinfeld dies für ein "beachtliches" Buch.
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