Mit einem Vorwort von Barbara Unmüßig. Die Globalisierung hat die Kluft zwischen arm und reich vertieft und die Zerstörung unserer natürlichen Umwelt vorangetrieben. Schon heute gibt es mehr Umwelt- als Kriegsflüchtlinge. Jürgen Trittin fordert globale Gerechtigkeit als Entwicklungsziel: gleich hohe Lebenserwartung in Nord und Süd; das Recht jedes Menschen auf eine vergleichbar souveräne Lebensgestaltung statt des ständigen Kampfes ums bloße Überleben. Politische, soziale und wirtschaftliche Menschenrechte sind nicht teilbar. In Zeiten der Globalisierung hat jeder, ob Börsenmakler oder Arbeiter, neben der individuellen und der nationalen Identität eine Identität als "Global citizen" (Donella Meadows). Deshalb fordert Jürgen Trittin: Der Weltgipfel für Nachhaltigkeit in Johannesburg soll dem Prinzip der globalen Gerechtigkeit folgen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.08.2002
Hans Dembowski zeigt sich sehr angetan von dem Buch über Globalisierung und globale Gerechtigkeit. Er würde sich wünschen, dass noch mehr Politiker derart klar ihre politischen Programme erläutern. Der Rezensent preist den amtierenden Umweltminister nachdrücklich für die Präzision seiner Ausführungen und beurteilt das Buch als brauchbares "argumentatives Fundament" für die UN-Konferenz in Johannesburg. Dembowski empfiehlt das Buch auch Laien und lobt explizit die knappe Literaturliste im Anhang, die einen Überblick über das "komplexe" Thema ermögliche. Was der Rezensent dann doch zu bemängeln findet, ist die Behauptung Trittins, Deutschland sei ein Beispiel für die gelungene "Energiewende" eines Industrielandes. Hier übertreibt der Minister, rügt Dembowski. Außerdem, kritisiert er, hat sich Trittin sich um die "spannende Frage gedrückt", wie verbindliche Regeln in der "Weltgesellschaft" durchgesetzt werden können, wenn er auf die nationalstaatliche Verankerung der Demokratie hinweise. Ansonsten hätte sich der Rezensent durchaus noch mehr Insiderwissen aus den EU-Ministerräten und über den Ablauf von Auseinandersetzungen zwischen SPD und Grünen gewünscht. Doch ist er auch so sehr zufrieden, und er rühmt das Buch für seinen "wohltuenden" Abstand zu "Skandalschlagzeilen und Talkshow-O-Tönen".
Ein Buch zur rechten Zeit und zu einem drängenden Thema, findet Rezensent Bernhard Pötter. Mit "Welt Um Welt", in dem er die Globalisierungskritik im Blick auf Probleme in Sachen Wirtschaft, Umwelt und Soziales formuliert, erweise sich Bundesumweltminister Jürgen Trittin als "kluger Kopf", der die richtigen Fragen stelle. Trittins Buch ist stark in der Darstellung der Probleme, ihrer Bedingungen und Verflechtungen, hebt Pötter lobend hervor. Es bietet laut Rezensent zudem überzeugende Vorschläge zur Problemlösung an. Wie die konkreten Fahrpläne zum Gegensteuern aussehen könnten, darüber sagt Trittin zum Bedauern des Rezensenten allerdings nichts. Schade, findet Pötter, dazu hätte er gern mehr erfahren. Nichtsdestoweniger hält er das Buch insgesamt für recht "lesenswert und lehrreich".
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