Stephen Emmott

Zehn Milliarden

Cover: Zehn Milliarden
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783518423851
Gebunden, 206 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Für die Herstellung eines Burgers braucht man 3000 Liter Wasser. Wir produzieren in zwölf Monaten mehr Ruß als im gesamten Mittelalter und fliegen allein in diesem Jahr sechs Billionen Kilometer. Unsere Enkel werden sich die Erde mit zehn Milliarden Menschen teilen müssen. Haben wir überhaupt eine Zukunft? Stephen Emmott, Leiter des von Microsoft aufgebauten Forschungslabors und Professor in Oxford, greift auf neueste, zum Teil noch unveröffentlichte Erkenntnisse zurück und zeigt, dass wir uns längst den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Sein Buch ist drastisch, doch viel drastischer ist, was wir der Erde angetan haben. "Zehn Milliarden" ist der letzte Weckruf, den wir nicht überhören dürfen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.09.2013

Harald Welzer glaubt nicht mehr wirklich daran, dass die Zivilisation in Sachen Klimawandel noch die Kurve kriegt, alle Fakten sprechen dagegen, zu viel ist kaputt und ein radikales Einlenken der Politik und der Menschen allgemein ist nicht in Sicht, erklärt er. Stephen Emmotts "Zehn Milliarden" schlägt genau in diese Kerbe, verrät der Rezensent, das Fazit nach einer erschöpfenden Aufzählung der erschütternden Fakten lautet: "We're fucked". In der deutschen Übersetzung ist daraus ein gemütliches "Ich glaube, wir sind nicht mehr zu retten" geworden, wundert sich Welzer, was komplett Emmotts kathartischem Prinzip zuwider läuft, wie der Rezensent erklärt. Wenn es einen Ausweg gibt, dann liegt er im "Schock der Ausweglosigkeit" und in dessen ästhetischem Erleben, das ist wahrscheinlich die Motivation des Klimaforschers und Oxfordprofessors: die Fakten haben es nicht richten können, soll die Kunst ihr Glück versuchen, fasst Welzer zusammen. An einen glücklichen Ausgang glauben aber weder Autor noch Rezensent. Für Welzer bleibt es dabei: wir sind am Arsch.

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