Jens Hoffmann

Das kann man nicht erzählen

'Aktion 1005' - Wie die Nazis die Spuren ihrer Massenmorde in Osteuropa beseitigten
Cover: Das kann man nicht erzählen
Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2008
ISBN 9783930786534
Kartoniert, 448 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Anfang 1942, nachdem die Rote Armee den Vormarsch der Wehrmacht auf Moskau gestoppt hatte, begann die nationalsozialistische Staatsführung Vorsorge zu treffen für den Fall ihrer Niederlage. Unter der Bezeichnung "Aktion 1005" ließ sie ab Frühjahr 1943 zahlreiche Kommandos aufstellen, die die Spuren deutscher Verbrechen in Osteuropa nach einem immer gleichen Muster beseitigten: Mehrheitlich jüdische Häftlinge wurden gezwungen, Massengräber zu öffnen, die Leichen aus den Gräbern zu ziehen und auf Scheiterhaufen zu verbrennen, bevor schließlich auch sie selbst ermordet wurden. Gestützt vor allem auf Aussagen und Berichte der wenigen überlebenden Arbeitshäftlinge sowie auf Protokolle staatsanwaltschaftlicher Vernehmungen ehemaliger Kommando-Angehöriger unternimmt dieses Buch erstmals den Versuch, die von Deutschen und ihren Helfern während des Zweiten Weltkriegs begangenen Massenverbrechen und die Verwischung der Spuren dieser Verbrechen im Zusammenhang darzustellen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2009

Viele Leser wünscht Rezensent Peter Bierl dieser faktenreichen Studie zur sogenannten "Aktion 1005", in deren Zuge die Nazis versuchten, die Spuren der Judenvernichtung in Osteuropa zu vertuschen. Immer wieder versuchten SS, Sicherheitsdienst oder KZ-Mannschaften, ihre Verbrechen vor der vorrückenden Roten Armee zu verbergen, meist indem sie dafür ihre Opfer selbst einspannten. Oft wurden, berichtet Bierl von seiner bitteren Lektüre, Häftlinge dazu gezwungen, Leichen zu auszugraben und zu verbrennen, bevor sie dann selbst ermordet wurden. Eine wichtige Forschungslücke sieht der Rezensent mit diesem Buch geschlossen und lobt die Anschaulichkeit, mit der Jens Hoffmann sein Thema darstellt, und auch seinen gelegentlichen Sarkasmus.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.03.2009

Rezensentin Sonja Vogel begrüßt Jens Hoffmanns Buch über den Versuch der Nazis, die Spuren von Massenmorden in Osteuropa zu verwischen. Wie sie berichtet, wurden die unzähligen Massengräber im Osten im Sommer 1942 für die Deutschen zum Problem - wegen des Verwesungsgeruchs, der drohenden Vergiftung des Grundwassers und auch aus Sorge vor der näher rückenden Roten Armee. Daher wurde beschlossen, Massengräber systematisch zu öffnen und die Leichen zu verbrennen. Hoffmann beschreibe die Arbeit von 17 Kommandos, die mit dieser Aufgabe betraut wurden und monatelang durch die Ukraine, Weißrussland, Serbien, Russland, Polen, Estland, Litauen und Lettland zogen, um Tatorte zu vernichten. Vogel hebt hervor, dass es Hoffmann nicht immer gelingt, "Worte und Bilder für das Grauen zu finden", und er bisweilen in einen "hilflosen Moralismus" verfällt.  Dennoch würdigt sie sein Buch als wichtigen Beitrag zu einem Thema, das in der Forschung bislang kaum behandelt wurde.

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