Wie kam es zur europäischen Wende von 1989? Diese Frage hat Gunter Hofmann, langjähriger Beobachter der Bundesrepublik und Europas für die Zeit, zahlreichen Interviewpartnern gestellt. In Gesprächen mit Helmut Schmidt, Bronislaw Geremek, Hans-Dietrich Genscher, Tadeusz Mazowiecki, Richard von Weizsäcker, Egon Bahr, Jens Reich, Wojciech Jaruzelski, Erhard Eppler und vielen anderen geht er der Bedeutung Polens, der BRD und der DDR für die großen europäischen Transformationen um 1989 nach. Hofmann führt seine Gesprächspartner zurück zu den Anfängen der Ostpolitik und spricht mit Ihnen über Brandts Kniefall vor dem Ghetto-Mahnmal in Warschau, den Helsinki-Prozeß, den Werftarbeiterstreik in Danzig, den polnischen Papst, das Kriegsrecht, die ersten freien Wahlen in Polen und die deutsche Einheit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2012
gNicht über Akten und Archive nähere sich Gunter Hofmann seinem Untersuchungsgegenstand, sondern über Gespräche mit den Protagonisten, stellt der Zeitgeschichtler W?odzimierz Borodziej fest. Zur Aufarbeitung der Geschehnisse des Herbsts 1989, die zur Deutschen Einheit geführt haben, befrage Hofmann die in Regierung oder Opposition maßgeblich Beteiligten auf deutscher und polnischer Seite und vermittele so ein differenziertes Bild der Entwicklungen um den Mauerfall. Hofmanns Umgang mit den Gesprächspartnern sei allgemein verständnisvoll, wie Borodziej feststellt, bis auf eine Ausnahme: Helmut Kohl wird kritisch, ja ablehnend behandelt, Teile des Buches läsen sich "wie eine lange Polemik" gegen den Altbundeskanzler. Das Gleichgewicht der Beschreibung geriete dadurch ein wenig aus dem Lot.
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