Heinrich August Winkler

Geschichte des Westens

Vom Kalten Krieg zum Mauerfall
Cover: Geschichte des Westens
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406669842
Gebunden, 1258 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Mit dem Fall der Mauer vor 25 Jahren ging ein Zeitalter zu Ende. Heinrich August Winklers "Geschichte des Westens" stellt die dramatischen Ereignisse von 1989 in einen großen weltgeschichtlichen Zusammenhang und schildert die ereignisreichen Jahrzehnte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Untergang der Sowjetunion. Der Band macht deutlich, wie nahe uns die Epochenwende von 1989 bis 1991 immer noch ist: Damals wurden die Grundlagen unserer Gegenwart gelegt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.10.2014

Den Ost-West-Konflikt erkennt Angela Siebold als den zentralen Fluchtpunkt in diesem dritten Band von Heinrich August Winklers "Geschichte des Westens". Die Zeit von 1945 bis zum Ende des Kalten Krieges stellt der Autor laut Siebold in einen globalen Kontext und breitet vor dem Leser "überwältigendes" historisches Wissen aus, das er zudem mit großer intellektueller Spannkraft und sprachlicher Brillanz verständlich macht, wie Siebold staunt. Die globalen Verflechtungen politischen Handelns nach '45 werden der Rezensentin so deutlich, das Ringen der Staaten zwischen Unabhängigkeit und Sicherheit sowie der Umgang mit transnationalen Herausforderungen. Die Rezensentin erwartet schon gespannt Winklers Abschlussband.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.10.2014

Ziemlich oberflächlich bleibt der Rezensent bei der Beurteilung vom Heinrich August Winklers "Riesenwerk". Lobend (souveräner Blick über alles Wichtige zwischen 1945 und 1991) zwar äußert sich Michael Hesse und bedeutet uns Winklers Sinn fürs große Ganze von der deutschen Teilung über die Ölkrise bis zur Gründung der UN, doch ins Detail geht er nicht. Dass Winkler ein großer Wurf gelungen ist, belesen und erkenntnisreich, gut erzählt, sagt der Rezensent noch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014

Die westlichen Werte werden vom großen Geschichtsschreiber Heinrich August Winkler zusammenfassend nur lapidar gefeiert, stellt Rezensent Klaus-Dietmar Henke fest. Davor aber hat ihm der Autor im dritten Teil seiner "Geschichte des Westens" verdeutlicht, welchen Fährnissen diese Werte zwischen 1985 und 1991 immer wieder ausgesetzt waren. Wie Winkler das macht, aufrichtig, selbstkritisch, mit Augenmaß und Kenntnis die Stoffmassen bändigend, wie es in der Besprechung heißt, hat Henkes ganze Bewunderung. Mit Fokus auf den politischen und wirtschaftlichen Ereignissen, aber auch unter Berücksichtigung "weicher" Themen, wie intellektueller Debatten, führt Winkler den Rezensenten durch dramatische Zeitgeschichte. Die handbuchartige Anlage wechselt laut Henke mit Detailfülle enzyklopädischen Ausmaßes. Stets jedoch vermag der Rezensent dem Urteil des Autors zu folgen.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 04.10.2014

Nein, vom Ende der Geschichte kündet dieser Autor nicht, meint Rezensent Eckhard Fuhr erschöpft. Gerade hat er den dritten Band von Heinrich August Winklers "Geschichte des Westens" gelesen. Er stellt fest: Winkler führt den Leser zwar auf eine Zäsur hin (das Ende eine gleichgewichtigen Staatensystems 1989/90), bis dahin jedoch holt der Autor auf den Handlungsebenen Innen- und Außenpolitik der USA, innere Geschichte der Westnationen und europäische Integration weit aus. Sehr weit, meint Fuhr, und sehr meisterlich, denn Winkler gelingt es laut Rezensent, was realgeschichtlich kaum zu fassen ist, in einem Haufen Parallelerzählungen und in einer "Orgie des Weglassens" zu vermitteln. Fuhr staunt also, was Geschichtsschreibung vermag. Chronologisch ordentlich wie spannend bietet das Buch ihm Weltverständnis. Und siehe da: der Westen erhält Kontur! Darin freilich, räumt Fuhr ein, tummeln sich die Geschehnisse und Geschichten, umso mehr, als die nationalgeschichtliche Perspektive schwindet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.09.2014

Rezensentin Franziska Augstein kann sich die Diskrepanz zwischen der Ideologie des Westens, wie sie der Historiker Heinrich August Winkler im dritten Band seiner "Geschichte des Westens" schildert, und der Wirklichkeit nur damit erklären, dass der Autor sein Werk als "normatives Projekt" verstanden wissen will. Von dieser kleinen Irritation abgesehen, hat Augstein fast nur Positives über das Buch zu sagen. 1130 Seiten Erfolgsgeschichte des Westens in höchster Güte, Gelehrsamkeit und Vollständigkeit, meint sie. Keinen Vertrag, keinen Krieg, keinen Umsturz vermisst Augstein in Winklers chronologischer Darstellung. Auch wenn sich der Autor aufs Wesentliche beschränkt und auf amüsante Apercus verzichtet, wie Augstein einräumt, Mühe macht so eine Lektüre schon, warnt sie.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.09.2014

Historiker Ulrich Herbert ist voll des Lobes für den neuesten Wurf seines Kollegen Heinrich August Winkler, den neuen Band der "Geschichte des Westens", der die Zeit des Kalten Krieges bis zum Mauerfall umfasst. Dreh- und Angelpunkt von Winklers Analyse bildet das "normative Projekt des Westens" in der Tradition der amerikanischen und der französischen Revolution, das zwar oft genug unerfüllt geblieben ist, aber immer eine gewisse Wirkung hatte und einen Maßstab der kritischen Reflexion liefert, erklärt der Rezensent. Das Buch ist beinahe "manisch chronologisch strukturiert", so Herbert, worin der Rezensent allerdings einen seiner Reize verortet, weil es die Gleichzeitigkeit geografisch weit auseinander liegender Entwicklungen besser verdeutliche, als thematischere Zugänge es täten. Ein Buch mit ähnlich umfassendem Ansatz dürfte man vergeblich suchen, vermutet Herbert.