Heinrich Potthoff

Im Schatten der Mauer

Deutschlandpolitik 1961-1990
Propyläen Verlag, Berlin 1999
ISBN 9783549052884
gebunden, 441 Seiten, 20,40 EUR

Klappentext

Zehn Jahre nach dem Fall der Mauer legt der Bonner Historiker Heinrich Potthoff die erste Gesamtdarstellung der Deutschlandpolitik im Schatten der Mauer vor. Er stützt sich dabei auf Quellen aus Ost und West, die früher höchster Geheimhaltung unterlagen und bis heute kaum erschlossen wurden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2000

Handlich, klar geschrieben und zugleich gut dokumentiert - das Kritikerurteil von Christian Kind fällt positiv aus. Der Bonner Historiker Potthoff hat die bisherigen Publikationen zum Wandel der Deutschlandpolitik einer Revision unterzogen, da er, wie Kind berichtet, erstmals auch Ostberliner Quellen berücksichtigen konnte. Und die rücken manche Legende der verpassten Gelegenheit zurecht oder werfen gar ein neues Licht auf die Begleitumstände langer Verhandlungen oder gar der Vereinigung, so Kind. Namentlich setze sich Potthoff kritisch mit Arnulf Baring sowie der Geheimdiplomatie Egon Bahrs auseinander, Schmidt käme dagegen recht positiv weg. Wen wundert`s noch, dass Kohl in seinen Verhandlungen Honecker weitaus mehr entgegenkam als von ihm behauptet - in diesem Fall sind die Aufzeichnungen der östlichen Seite einmal nicht vernichtet worden, sondern in die richtigen Hände gelangt. Der Autor, so Kind, setze sich mit den Protagonisten der Zeitgeschichte auf differenzierte Weise auseinander.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.05.2000

Eine ziemlich spöttische Kurzkritik schreibt der Rezensent mit dem Kürzel "jos." Zunächst weist er darauf hin, dass Pothoff Mitglied der historischen Kommission der SPD ist. Da findet es der Rezensent dann überhaupt nicht mehr erstaunlich, dass Potthoff Willy Brandts und später Helmut Schmidts Ostpolitik im Nachhinein als einzig mögliche und sogar einzig selig machende Option der Deutschlandpolitik gelten lasse. Kohl stehe dann nur noch als Profiteur dieser Linie da. Nur der Mauerfall, so der Rezensent, scheine Potthoff dann ein bisschen überrascht zu haben.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999

Mit einem großen Farbphoto von der graffitibedeckten Mauer wird der Band präsentiert, dessen Untertitel für "Erinnerungen, Geschichten und Bilder vom Mauerbau bis zum Mauerfall" wirbt. Moniert wird in der beigegebenen Kurzrezension von "ck", dass auf dem Buchdeckel nur die beitragenden Promis (u.a. Hildebrand und Stolpe) erwähnt werden, obwohl die Erinnerungen der "kleinen Leute" ebenso spannend sind. "Ein lehrreiches, ein repräsentatives Buch", schreibt "ck".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

Norbert Seitz bespricht Potthoffs Studie über Deutschlandpolitik von 1961 bis 1990 leider ziemlich einfallslos. Im Grunde genommen fasst er einige Daten zusammen, setzt Namen (Schmidt, Bahr, Wehner) hinzu und füllt den Rest mit bekannten Zitaten auf. Dabei weiß man nicht, ob es sich um seine eigene Darstellung der Geschichte handelt oder um einen Hinweis auf die Originalität des Buches. Seitz` Resümee fällt dabei denkbar schwammig aus: "Eine gründliche, detaillierte Studie" hat Potthoff vorgelegt, die zu lesen sich zwar lohne, die aber etwas kritischer sein könnte.