Anfang der 60er-Jahre teilt der Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion die Welt. Der Ausbruch eines Atomwaffenkrieges scheint jederzeit möglich. Erst die "Ära Brandt" leitet die außenpolitische Wende ein: Mit Deeskalation und Entspannungspolitik stellt die sozial-liberale Regierung unter Willy Brandt Weichen für den Fall des Eisernen Vorhangs und das Ende des Kalten Krieges. Auch den übrigen Ostblockstaaten gegenüber setzt sich Brandt für eine Normalisierung der Beziehungen ein: 1970 reist er als erster Bundeskanzler in die DDR und bricht mit dem Tabu innerdeutscher Staatsbesuche. Sein Kniefall von Warschau geht als große Geste der Wiedergutmachung in die polnisch-deutsche Geschichte ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2020
Guido Thiemeyer verzeiht dem Autor seine Sympathie für Willy Brandt. Gottfried Niedharts intensive Beschäftigung mit der Neuen Ostpolitik schlägt sich laut Rezensent für den Leser gewinnbringend nieder, wenn der Autor sich "souverän" durch den Quellendschungel schlägt. Die Abgrenzung zwischen dem Kalten Krieg und der Entspannungspolitik ab den 1960er Jahren gelingt dem Historiker durch die Herausarbeitung dreier wesentlicher Unterschiede, erklärt Thiemeyer. Dazu gehört laut Rezensent etwa der Wandel bei der diplomatischen Kommunikation. Auch die Dynamik der Entspannungspolitik kann der Autor dem Rezensenten nachvollziehbar darstellen.
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