Dieses Buch bietet einen historischen Überblick über die intensiven Wechselwirkungen zwischen Kunst- und Mediengeschichte von der Französischen Revolution bis heute. Es belegt in anschaulicher Schilderung und mit zahlreichen Beispielen die Bedeutung künstlerischer Utopie und Praxis für die technische Entwicklung der Medien - von der Telegrafie und der Fotografie über Funk und Radio bis hin zu Fernsehen und Internet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.06.2003
Dieter Daniels Band über die Wechselwirkungen von Kunst und Medien, der sich insbesondere den Pionieren der elektronischen Kommunikation im 19. und frühen 20. Jahrhundert und den Berührungen zwischen neuen Medien und alter Kunst widmet, hat Rezensentin Caroline Pross nicht immer ganz überzeugt. Zwar kann sie Daniels' These von der Vorreiterrolle der Kunst in der technischen Moderne, die er anhand von Figuren wie Daniel Morse oder Nikola Tesla - beide verstanden sich als Techniker und als Künstler - entwickelt, einiges abgewinnen. Ob Daniels' These vom "Ende der Kunst" in der technischen Moderne als Erklärungsmodell für das Verhältnis von Kunst und Medien indes noch aktuell ist, hält Pross eher für zweifelhaft. Nichtsdestoweniger sieht sie in Daniels' Buch einen "materialreichen und informativen Einstieg in ein mediengeschichtlich weniger bekanntes Gebiet".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.02.2003
Das Buch des Leipziger Medientheoretikers über die wechselseitige Beziehung von Kunst und Technik, schwärmt Malte Oberschelp, ist alles zugleich: Erfinder-Biografie, Kunst- und Technikgeschichte, Diskursanalyse, ästhetische Theorie und Bilderbuch. Und auch wenn Oberschelp nicht alle Gedanken teilt, findet er den Band einfach deshalb spannend, weil er völlig unaufgeregt mit jeder etablierten Medientheorie breche. Wie Oberschelp zusammenfasst, geht es Daniels darum zu zeigen, dass nicht nur die Technik die Kunst verändert, sondern Künstler auch Funktionsweise und Wirkung der Medien antizipieren. Damit widerspreche Daniels nicht nur dem berühmten Diktum "The Medium is the Message", sondern auch der einflussreichen These, dass jede mediale Innovation auf Militärtechnik beruht. Gefallen haben dem Rezensenten auch die "intermedialen Parallelen", etwa wenn Daniels den "zeitungszappenden Flaneur" im Sinne Benjamins mit dem Internet-Surfer vergleicht oder Baudelaires Polemiken gegen die Fotografie mit der Big-Brother-Debatte verschaltet.
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