Kaum ein Medium ist in seiner Geschichte ähnlich häufig durch experimentelle Situationen zu Veränderungen motiviert worden wie das auch im digitalen Zeitalter (noch dominierende Leitmedium unserer Gesellschaft: das Fernsehen. Und wenngleich sich die Geschichte des Fernd Praktikern zur Vergangenheit, Gegensehens aus unterschiedlichen Perspektiven zurecht als Technik-, Programm-, Format-, Gesellschafts- oder Zuschauergeschichte schreiben lässt, verspricht der Blick auf innovative Experimente mit dem Medium der Television grundlegende Auskünfte über die Fortschrittsdynamik des meistgenutzten Mediums unserer Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2009
Problembewusst nähert sich Hendrik Feindt diesem Band. Schnell gelangt er zu der Überzeugung, dass die Herausgeber Michael Grisko und Stefan Münker schon im Titel darauf hinweisen, was der Band belegt: Dass es das experimentelle Fernsehen nämlich nicht gibt, stattdessen allenfalls TV-Experimente. Wenn die Autoren ihre Beobachtungen wesentlich auf das (verdienstvolle) Genre des Fernsehspiels a la Wolfgang Menge beschränken und ansonsten die schnöde Talkshow als Experiment abfeiern, findet Feindt das zu wenig. Was ist etwa mit Gerry Schums Fernsehgalerie?, fragt er und tippt auf eine unscharfe Begriffsbestimmung ("Experiment") als konzeptionelle Fehlerquelle.
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