Theodor W. Adorno

Current of Music. Elements of a Radio Theory

Nachgelassene Schriften. Abteilung I: Fragment gebliebene Schriften. Band 3

Klappentext

Als Theodor W. Adorno, von den Nationalsozialisten vertrieben, zwischen 1938 und 1941 in New York lebte, beschäftigte er sich intensiv mit der Frage, wie sich die Reproduktion von Musik im Medium des Radios auf die Musik selbst auswirkt. Besonders interessiert haben ihn dabei die Mechanismen der Rezeption populärer Musik, die er anhand der Verbreitung von "Hits" der damaligen Zeit durch amerikanische Radiosendungen analysiert. Entstanden sind umfangreiche Manuskripte, die Adorno, wie er später immer wieder bedauerte, zu Lebzeiten jedoch nicht mehr zum Abschluß bringen konnte. "Current of Music "- den Titel hatte Adorno selbst für die Veröffentlichung vorgesehen - rekonstruiert dieses Buchprojekt anhand der Pläne, die sich dazu im Adorno-Archiv finden. "Current of Music" bildet einen Baustein zum Verständnis von Adornos Theorie der Musik wie auch seiner Überlegungen zu den Mechanismen der Kulturindustrie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2006

Die vorliegenden aus Adornos Nachlass herausgegebenen 600 Seiten Studien zum Rundfunk haben für Hendrik Feindt einen entscheidenden Mangel: Ihre elitäre Missachtung des Hörerdurchschnitts. Adornos Kritik an der Radiomusik lässt Feindt deshalb lieber außen vor und widmet sich Adornos allgemeineren Untersuchungen zum Thema Radio. Hier stößt er auf "stupende Erklärungen" zur Illusion der Nähe und "polemische Erörterungen" über die planmäßige Missachtung der musikalischen Struktur und schließlich Adornos zukunftsweisenden Vorschlag, das Radio als Instrument zu benutzen. Hat hier Adorno etwa DJ-Musik antizipiert?
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