Im Gegensatz zu den deutschen Journalisten sind die Auslandskorrespondenten im Dritten Reich bisher kaum Gegenstand publizistikwissenschaftlicher Forschung gewesen. Dies überrascht aufgrund der wichtigen Rolle der Korrespondenten bei der Beeinflussung des Bildes der NS-Herrschaft in der Weltöffentlichkeit: Ihre Berichte dienten täglich Millionen von Menschen in vielen Ländern als zentrale Informationsquelle über Hitlers Reich. Die vorliegende Studie wirft erstmals einen umfassenden Blick auf die Arbeit von Auslandskorrespondenten im Dritten Reich. Sie analysiert die nationalsozialistische Pressepolitik gegenüber den ausländischen Berichterstattern und betrachtet detailliert ihre Arbeitsumstände. Auslandskorrespondenten im Dritten Reich hatten einen schweren Stand: Einerseits erwartete man von ihnen differenzierte Berichterstattung über den Nationalsozialismus, andererseits waren sie ständigen Beeinflussungsversuchen einer totalitären Diktatur ausgesetzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2013
Wie die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 ausländische Korrespondenten gezielt überwachten und für Propaganda nutzen wollten, erfährt Helge F. Jani aus Martin Herzers Studie, die, wie der Rezensent feststellt, auf umfangreichem Archivmaterial sowie den Memoiren amerikanischer Journalisten basiert. Dass die Propagandawaffe jedoch nicht zündete, lernt Jani hier ebenfalls. Trotz aller Repressions- und Überwachungsmaßnahmen gelang es den Deutschen nicht, ihr Weltbild nach außen hin zu verbreiten, wie Jani resümiert.
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