Der Aufstieg der extremen Rechten in vielen europäischen Ländern des letzten Jahrzehnts hat die Forschung vor neue Herausforderungen gestellt. Weit verbreitet ist die Modernisierungsverlierer - These, wonach insbesondere von Nachteilen des ökonomischen und sozialen Wandel betroffene Personen für rechtspopulistische oder -extreme Slogans anfällig sind. Bislang mangelte es an empirischen Untersuchungen, diese These zu bestätigen oder zu widerlegen. Das Buch nimmt dieses Problem in den Blick. Den objektiven Veränderungen in der Arbeitswelt und politischen Interessen der gesellschaftlichen Eliten an einer Popularisierung extrem rechter Einstellungen wird ebenso Rechnung getragen wie den subjektiven Reaktionen auf die Umbrüche in der Arbeitswelt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2008
Richtig abschreckend findet Rezensent Frank Decker die ihn aus diesem Sammelband zum Thema Rechtspopulismus, Arbeit und Armut anwehende Polemik. Mit Fragen der wissenschaftlichen Generalisierbarkeit der sich auf Interviews stützenden empirischen Studien, auch aus der Schweiz und Österreich, möchte Decker sich da gar nicht lang aufhalten. Wie die Autoren es anstellen, die festgestellte Prekarisierung der Arbeitswelt theoretisch zu interpretieren, zieht ihm allerdings sanft die Schuhe aus. Den Rechtsextremismus zum Bestandteil des Neoliberalismus zu erklären, geht dem Rezensenten entschieden zu weit und seiner Meinung nach sowohl an den globalistischen Bezügen des Neoliberalismus als auch am Antikapitalismus des Rechtspopulismus vorbei. Das Abqualifizieren anderer wissenschaftlicher Befunde durch die Autoren, macht Decker das Buch endgültig suspekt.
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