Norbert Hofers Präsidentschaftswahlkampf war ein Lehrstück einer von Burschenschaften konzipierten populistischen Kampagne. Mit eisernem Lächeln täuschte er erfolgreich über die von ihm vertretenen rechtsextremen Standpunkte hinweg. Doch das ist nur die Speerspitze einer Entwicklung, die fast unbemerkt von der österreichischen Öffentlichkeit vor sich geht: Ein kleiner, verschworener Kreis hat die FPÖ in Besitz genommen, zentrale Funktionen in Bundespartei, Parlament und Landesverbänden sind fest in den Händen von Burschenschaftern.
Hans-Henning Scharsach untersucht die engen Verflechtungen Norbert Hofers, Heinz-Christian Straches und ihrer Weggefährten mit den Burschenschaften. Seine akribische Recherche taucht tief in deren antisemitische und nationalsozialistisch geprägte Geschichte ein. Er analysiert ihr politisches Instrumentarium, das sich mit Hasskampagnen und systematischer Verbreitung von Unwahrheiten über alle Regeln der Fairness hinwegsetzt. Anhand belegbarer Zahlen, Daten und Fakten zeigt Scharsach auf, was Österreich droht, wenn deutschnationale, schlagende Burschenschafter
an die Macht kämen.
Rezensent Ralf Leonhard sieht schwarz bzw. braun für Österreich mit Hans-Henning Scharsachs Buch. Was der "unermüdliche Warner" hier zusammenträgt, ist für Leonhard alles andere als hysterische Panikmache, sondern orientiert sich an den österreichischen Tatsachen, und die sind finster. Warum die FPÖ nicht regieren dürfen sollte, vermag ihm der Autor mit Nachdruck zu vermitteln. Der Korpsgeist, das Festhalten der vielen Korporierten in der FPÖ am "Arierparagraph", die Hetze gegen Andersdenkende, rechtsextremes Gedankengut in Kreisen der Strache-Anhänger, Scharsach benennt es, meint der Rezensent.
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